Heidi hält den Mist im Zaum

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Heute hat mir Heidi wieder einmal interessante News zugehalten. „Bauern verschmutzen Trinkwasser“ lautet der Titel des „Sonntagszeitungs“-Artikels mit unerspriesslichem um nicht zu sagen übelriechendem Inhalt. Die Journalistin berichtet darin über weit verbreitete Missstände beim Gewässerschutz in der Landwirtschaft. Diese passen schlecht zum Selbstbild der Schweizer Landwirte, die nicht müde werden, ihre ökologischen Leistungen zu preisen -oft auch zurecht – und zu betonen, dass angesichts des Erreichten eine weitere Forcierung des Umweltschutzes mittels Direktzahlungen (AP2017) übertriebene Schikane sei.
Dieser Bericht des Sonntagsblatts ist Grundwasser auf die Mühlen der Absenderin. Seit mittlerweile Jahren weist sie in ihrem Blog Heidis Mist auf diese und andere umweltschädlichen Missstände hin. Dabei hat sie nachlässige Landwirte ebenso im Visier, wie Behörden, die ihren Aufsichtspflichten nicht oder nur ungenügend nachkommen. Heidis Vorwürfe sind stets akribisch dokumentiert mit Bildmaterial (siehe oben) und untermauert durch Auszüge aus Gesetzen und Verordnungen. Ich ziehe meinen Hut vor dieser in Bauern- und Amtsstuben zugleich gefürchteten „Mistleblowerin“, die es in Kauf nimmt, von den Sündern mindestens mit Missachtung bestraft zu werden, obwohl mir, dem tendenziell harmoniebedürftigen Bauernfreund, ihr Eifer manchmal fast zu weit geht. Genau diesen unbeirrbaren Mut zur Unpopularität braucht es aber, damit auch dem hinterletzten Mistlager eines Tages eine Platte samt Sickergrube unterlegt ist und damit dereinst das letzte Bergbächlein güllefrei vor sich hinplätschern kann. Dieses Idyll, das steht fest, liegt fern, und genau darum bedarf es der freiwilligen Güllekommissarin Ausdauer mehr denn je. Keep blogging, Heidi! (Bild Heidis Mist)

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3 Antworten to “Heidi hält den Mist im Zaum”

  1. FischerIon Says:

    „…obwohl mir, dem tendenziell harmoniebedürftigen Bauernfreund, ihr Eifer manchmal fast zu weit geht.“

    Aha, lese ich da richtig, eine öffentliche Distanzierung zu rot-grün?
    Das ist ja eine Überraschung. Womöglich der Startschuss und erste Positionierung des Autors i.S. freie Bundesratswahl 2015?
    Womöglich gar noch im Co-Amt mit Florian Ast? Wundern würd’s mich nicht, denn schlimmer als es jetzt ist, kann es ja nicht kommen.

    Durch die Fischer-Brille gesehen sind derartige Bemühungen, wie von „Heidi“ erbracht, natürlich Gold wert. Und wenn es lediglich darum ginge, dass ein Bächlein güllefrei vor sich hinplätschert, vermutlich und hoffenltich auch ultimativ zielführend.

    Die dennoch eher legere Art dieses Blogeintrages um nicht zu sagen Relativierung des Autors i.d.S. lässt jedoch vermuten, dass dieser die Situation der Gewässer bestens überlickt. Denn…

    Auch wenn akute Stickstoff/Phosphat-Emissionen in Fliessgewässer ab bestimmten Konzentrationen für Wirbellose und Fische tatsächlich letal sind, kann die vorhandene Wasserfauna/-flora solche in relativ kurzer Zeit selbstständig abbauen.

    Anders verhält es ich jedoch mit den permanenten Einträgen aus mangelhaft oder gar nicht gefilterten Einleitungen chemischen Ursprungs aus „sog. Kläranlagen“ der Haus-/Medizinalabwässer (hkm..).

    Von Sickerwasser aus Deponien gar nicht zu sprechen.
    Mal gucken: http://www.gis.zh.ch/gb4/bluevari/gb.asp

    Auch von Mindestrestwassermengen ex Kraftwerke (extrem grüne Energie, also, giftgrün durch die Fischerbrille) welche die Konzentrationen der eingeleiteten „Suppen“ erhöht, kein Wort, versprochen.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Die Probleme im Wasser des „Wasserschloss Schweiz“ sind mittlerweile dermassen ernst und erfordern entsprechend einschneidende garantiert unpopuläre Massnahmen, sodass sich daran niemand aus Politik und Wirtschaft die Finger verbrennen will – ausser ich, und vielleicht Frau Heidi, natürlich.

    Deshalb im 2015 für die freien BR-Wahlen:
    2 x FischIon auf Ihren Wahlzettel!
    Besten Dank vorab

    Don FischerIon

  2. Heidi Says:

    Herzlichen Dank Adi für deine wohltuenden Worte und Don Fischerion für den Kommentar. Auch ich bin harmoniebedürftig, mache lieber Werbung für die Bauern, anstatt sie anzuklagen.
    Solange aber Behörden ganzer Kantone die Augen schliessen, wenn es um Missstände geht, braucht es Hartnäckigkeit und unbequemes „an den Pranger stellen“. Übrigens mein meist gelesener Artikel ist seit ein paar Tagen „Nur Schweizer Poulet und Truthahn kaufen!“ (http://heidismist.wordpress.com/2011/12/16/nur-schweizer-poulet-und-truthahn-kaufen/), gefolgt von „Kloster Disentis setzt Zeichen für die Berglandwirtschaft“ (http://heidismist.wordpress.com/2011/06/19/kloster-disentis-setzt-zeichen-fuer-die-berglandwirtschaft/), also Werbung für Schweizer Bauern.
    Ja, dann sind da noch all die nicht landwirtschaftlchen Abwässer! Um alle Verschmutzungen kann sich Heidi nicht kümmern, sie hat nun mal die Misthaufen und Güllegruben vor der Nase.
    Heidi wird weiterhin alles unternehmen, um unpopulären Massnahmen zum Durchbruch zu verhelfen, damit sich Don Fischerion dereinst als Bundesrat die Finger nicht allzu fest verbrennt. Vielleicht schafft es ja auch Adi in den Bundesrat; meine zwei Stimmen hat auch er.
    Grüsse aus den Bergen
    Heidi

  3. adriankrebs Says:

    Ein Standort mit Äqui- oder in diesem Fall Aquadistanz zu den politischen Strömungen ist manchmal gar nicht der schlechteste Standort, lieber Fischer, den Überblick in Gewässerverschmutzungsfragen verschafft er einem aber auch nicht, grad deshalb ist mir Heidis Arbeit lieb, auch weil sie – würde ich jetzt mal keck behaupten – nicht pro domo zwecks Ergatterung von politischen Pöstelis kämpft, sondern pro aqua unterwegs ist. Dem Ziel, dieses sauber zu halten, täte sicher auch ein Fischer im Bundesrat nicht schaden, Petri heil!

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