Neuer Trend: Internet-Viehschauen

Kuhwahl BiosuisseHeute eine kleine (unbezahlte) Werbepause. Anlass sind zwei Internet-Viehschauen. Ob das schon ein neuer Trend ist? Demokratischer wärs auf jeden Fall, ob fachfrau/männischer, das ist eine andere Frage. Trotzdem, dies nur als kleiner Einschub vor der Reklame, ich staune schon immer wieder, dass an den grossen Schauen ein einziger Richter das Wetter macht. Wenn der bloss nicht zu stark bearbeitet wird in den Hinterzimmern…

Item, in diesen Fällen hier ist nicht züchterisches Fachwissen, sondern Glück gefordert. Gefragt sind bei den ausgestellten Kühen nicht primär Tiefe im Pansenbereich, gut aufgehängte Euter und ein sauberes Fundament sondern Ausdauer im einen Fall und Aussehen im weitesten Sinn im zweiten Fall.

Biosuisse veranstaltet einen Kuh-Marathon (zu finden bis heute hier, ab Montag hier). Tierschützer gemach, das Vieh wird nicht etwa durch abgesperrte Strassenschluchten getrieben. Die 10 Kühe auf ebensovielen Höfen dürfen zuhausebleiben und werden mit GPS-Sendern ausgestattet. Wer als erste die Marathondistanz von gut 42 Kilometer absolviert hat, ist die Siegerin. Ziel des Anlasses ist aufzuzeigen, dass Bio-Kühe viel draussen unterwegs sind.

Denner wiederum wurde kürzlich von einer Kollegin bei der „Bauern-Zeitung“ dabei erwischt, eine österreichische Kuh auf seiner Milchpackung abgedruckt zu haben, eine schöne Pinzgauerin. Nun sucht man in Zusammenarbeit mit der Zeitung ein neues Aushängeschild für die Verpackung. Bemerkenswerterweise ohne Horn. Da tut sich also auch was.

Während der Richter an der Viehschau neben seinem Salär hoffentlich nichts gewinnen kann (ausser Reputation natürlich), winkt den Teilnehmern an den Kuhwettbewerben zwar leider keine Kuh als Preis, aber immerhin Bioferien im einen Fall und ein elektronisches Spielzeug im anderen Fall. Ich wünsche viel Erfolg, sollten Sie Ihr Glück testen wollen.

PS. Natürlich darf man mir zum Dank für diese Reklame jederzeit eine Kuh zustellen, würd’s dann nicht an die grosse Treichel hängen.

Kuhwahl Denner

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2 Antworten to “Neuer Trend: Internet-Viehschauen”

  1. Alfred Schädeli Says:

    Eigentlich sollten sämtliche Viehschauen und Kuh-Miss-Wahlen abgeschafft und im Internet neugestartet werden. Das Verschwinden dieser Events auf den Viehschauplätzen in den Dörfern und in den Arenen der Olmas und Beas im ganzen Land wären kein Verlust für unsere ländliche Kultur.
    Viehschauen gleichen heute mehr Casting-Shows als bäuerlichen Anlässen. Wer mit seinen Kühen so richtig Punkte abräumen will, muss sie im Vorfeld stylen: Rückenhaare mit Zuckerwasser stärken und fachgerecht stutzen, Sprunggelenke mit Autolack nachfärben, viel zu lange Melkpausen einlegen und Zitzen mit Leim verschliessen, damit die Milch drin bleibt und das Euter immer grösser und praller erscheint, Pfeifenputzer in krumme Zitzen einführen, um sie geradebiegen zu können etc.
    Es wäre viel sympathischer und tiergerechter, wenn diese Manipulationen am Bildschirm vorgenommen würden. Zur Bildbearbeitung gibt es zahlreiche Programme, die immer mehr können und sämtliche äusserliche Unzulänglichkeiten mit wenigen Klicks beseitigen. Da lassen sich Euter simulieren, die jeden Viehzüchter überwältigen werden.
    Dasselbe Vorgehen empfehle ich den Produzenten der Miss- und Mister-Schweiz-Wahlen im TV. Anstelle der heutigen Püppchen aus Fleisch und Blut sollen sie mal die Animations-Software rattern lassen und uns eine anständige Miss-Pixel bringen! Technisch steht die Kuhschweiz mit der ETH als Oscar-Gewinnerin da ja ziemlich an der Spitze.

  2. adriankrebs Says:

    Danke Fredi, innovativer Vorschlag, allerdings bin ich schon nicht ganz einverstanden, dass mit den Viehschauen auf Wirtshausparkplätzen, vor Schuhlhäusern, an der Olma und der Bea nichts verloren ginge. Klar gibts Exzesse beim Cowstyling, ist für mich ein bisschen wie Doping im Sport, aber deswegen die ganze Musig abzustellen wäre ein Verlust. Verloren gingen vor allem auch Treffpunkte, von denen sind zum Beispiel mit der Umstellung von der Milchlieferung in Käserei/Sammelstelle auf Hofabfuhr schon viele abhanden gekommen. Austausch und fairer Wettstreit sind wichtig, Individualismus gibts auch sonst noch genug.

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