Muttergebundene Kälber mit etwas Reklame

DSC_0260kleinNachdem einem in diesem Kanal ja ungefragt Werbung unterjubelt wird, wird mir niemand zürnen, wenn ich heute ein bisschen Eigenwerbung mache. Es geht um einen neuen Twitteraccount namens Kuhbilder bzw. @DailyCow. Wie der Name schon sagt, kommt hier ein tägliches Kuhbild, kann man natürlich auch betrachten, ohne TwittererIn zu sein. Ich würde mich freuen, über die eine Followerin oder den anderen Follower. Bei Bedarf helfe ich gern beim Twitterstart, Mail reicht.

Zur Reklame hier ein Bild, das demnächst auch auf Twitter online gehen wird: Es stammt vom Schlatthof in Wolfwil. War ein schöner Betriebsbesuch bei Erwin Ackermann, der übrigens auch ausgezeichnete Milchprodukte macht. Habe noch selten einen so entspannten Betriebsleiter gesehen. Wieviele Kühe er habe? Das wisse er nicht genau, da müsse er in der Tierverkehrsdatenbank (sie heisst neuerdings Agate) nachschauen, aber es seien so knapp hundert. Bei der Stallbesichtigung, eine einfache helle Halle mit entspannter Stimmung (ausser dem Limousin-Muni, der nicht so Freude hatte über meinen Besuch und auf eine Art knurrte, wie ich es noch nie gehört habe), fiel mir bei näherem Hinschauen auf, dass hier und dort Kälber rumstanden und -lagen, mit einer Selbstverständlichkeit, die mir irgendwie ans Herz ging.

So etwas sieht man leider viel zu selten, aber bei der Muttergebundenen Kälberaufzucht, wie der technische Begriff heisst, gibt es zum Glück Fortschritte. Es gibt neben dem Schlatthof einige Betriebe, die hier Vorarbeit leisten, zum Beispiel derjenige von Karl Schenk in Madiswil, das Gut Fintan in Rheinau oder der Hof Gasswies im grenznahen Deutschland. Vom FiBL gibt es dazu ein Merkblatt, das man bei mir (mit Jubiläumsrabatt) bestellen kann. Was es braucht, ist eine gewisse Gelassenheit des Betriebsleiters oder der Betriebsleiterin, denn beim Milchwägen gibt es Einbussen, wenn das Kalb schon die Hälfte gesoffen hat. Mit dem muss man leben können, aber ich denke, es ist diesen Schönheitsfehler wert. Die Harmonie, die sich zeigt, wenn die Mutter oder Ammen mit ihren Jungtieren zusammenleben können, wiegt ihn bei weitem auf. Zudem muss man keine Kessel schleppen und das Kolostrum wandert mit garantierter Sicherheit und in der richtigen Temperatur in den Kälbermagen.

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2 Antworten to “Muttergebundene Kälber mit etwas Reklame”

  1. Hansuli Huber Says:

    Gut, dass auf solche Pioniere aufmerksam gemacht wird im Blog, eine Schande, dass unsere Forschungsanstalten (Löbliche Ausnahme: FIBL) und das BVET dieses Zukunftsthema konsequent ausblenden. Ich bin überzeugt, dass viele Bauern hier mitmachen würden aber es gälte zuerst, eine Art „Standardmodell“ zu entwickeln resp. die Eckpunkte bei Haltung+Management verlässlich auszutüffteln. Kälber würden gesünder, die Haltung artgemäss, das Riesenproblem des Besaugens (dem man jetzt einfach durch „Einzelhaft“ begegnet) grösstenteils gelöst. Es ist faszinierend und erschreckend, wie wenig Leute, auch Biomilchkäufer, wissen, dass zur Milcherzeugung die Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt Standard ist, seit 150 Jahren! Allgemein: Das Wissen um die aktuelle Tierhaltung ist in der Bevölkerung rudimentär, Tierschutzgesetzgebung wird überschätzt mit der Folge von übergrossen Erwartungen (und Enttäuschungen). Befördert wird das Ganze durch liebliche Werbung, mangeln tut es an ehrlicher Information!

  2. adriankrebs Says:

    Danke Hansuli, Du sprichst mir grundsätzlich aus dem Herzen, allerdings mangelt es aus meiner Sicht nicht nur an ehrlicher Information, sondern auch an Mündigkeit des Konsumenten, sind ja immerhin grösstenteils erwachsene Menschen, die sich in anderen Lebensbereichen, zum Beispiel beim Versicherungsabschluss oder beim Ski- und Rasenmäherkauf bis ins hinterletzte Detail aktiv informieren über pro und contra des Produkts, für das sie Geld auszugeben beabsichtigen, drum staune ich manchmal schon. wie uninformiert man/frau Lebensmittel kauft, immerhin verleiben sich die EsserInnen die ja ein, ganz im Gegensatz zu Ski und Rasenmähern, viel näher kanns ihnen also nicht mehr kommen, strange world.

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