Rumäniens bedrängte Kofferraum-Marktwirtschaft

Schweinemarkt HodacNochmal ein kurzer Ausflug nach Rumänien und in die Marktwirtschaft, vor allem die am Strassenrand. Hier reicht als Laden ein Kofferraum, eine Ladefläche oder eine (soeben zum Abtransport verladene) Kiste, wie hier auf dem Bild vom Markt im siebenbürgischen Hodac, wo ein paar Ferkel angeboten werden.
Märit HodacViel zum Einsatz kommen auch schlichte Lieferwagen, aus deren Tiefe dann Getreide aller Art, Mehl oder andere Ware en gros angeboten werden.
KäsemarktManchmal braucht es auch nur ein Tischen mit einer Waage und einem Käse, wie dieses Bild, ebenfalls aus Hodac, zeigt.
On the roadDaneben gibt es unzählige einfache Verkaufsstellen am Strassenrand. Etwa hier, wo Wein, Früchte und Gemüse im Sortiment sind. Ich vermute, dass dies hier anders auf dem Markt, wo Abgaben zu bezahlen sind, sehr informell läuft, allenfalls, wird man dem Eigentümer des Grundstücks einen Batzen in die Hand drücken…
Honig…oder im Falle dieser Verkäuferin, die auf dem freien Feld aus dem Wohnwagen Honig verkauft, ein Glas für den lokalen Polizisten bereithalten.
Angst2Nur damit jetzt nicht der Eindruck entsteht, Rumänien werde ausschliesslich von idyllischen Bauernmärkten und Strassenverkäufern versorgt, hier noch ein Bild aus Bukarest, wo die rumänische Tochter der Zürcher Metzgerei Angst in Zusammenarbeit mit Carrefour einen schmucken Mini-Supermarkt eröffnet hat. Das Geschäft steht bezeichnenderweise im gedeckten Teil eines ehemaligen Frischmarkts, wo die Bauern und Bäuerinnen aus der Umgebung ihre Milch- und Fleischprodukte zu verkaufen pflegten. Das ist leider eine verschwindende Kultur. Das Land wird im Schnellzugstempo überzogen von mitten ins Kulturland gepflanzten gigantischen Supermärkten, wobei deutsche Ketten auffällig omnipräsent sind. Kein schönes Bild, aber bei uns in der Agglo sieht es ja auch nicht besser aus.

 

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4 Antworten to “Rumäniens bedrängte Kofferraum-Marktwirtschaft”

  1. Hannes Schleeh Says:

    Hat dies auf Die Agrar-Blogger rebloggt und kommentierte:
    In Rumänien eine bedrohte Form, weil nicht EU-Richtlinien entsprechend. In Deutschland von den Verbrauchern erträumt aber nicht umsetzbar aus den selben Gründen.

  2. Robert Redl (@easytouch) Says:

    Ich vermisse die kleinen Händler die ich in der Jugend erlebt habe. Ich hoffe es erfindet jemand eine neue Form von Handel die für Qualität in exklusiven Mengen wieder einen Gegenpol zu den „Einkaufshallen“ schafft.

  3. monika Says:

    Vielen Dank für die beiden interessanten Berichte aus Rumänien!

  4. Iris Rohmann Says:

    Hannes Schleh – sind Hofläden und Erzeugermärkte keine Alternative? Es soll ja sogar schon Milchautomaten auf Höfen geben, oder Milch-Lieferservice.

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