Archive for the ‘Stallbau’ Category

Phosphatprobleme im holländischen Hinterland

Mai 31, 2016

Demo2Interessante Begegnung heute im holländischen Hinterland: Wir sind mit ENAJ, dem europäischen Agrarjournalistennetzwerk unterwegs, Anlass ist das informelle EU-Agrarministertreffen in Holland, das derzeit die Union präsidiert. Teil des Programms ist die Besichtigung des Milchbetriebs von Rick und Joke Lagendijk in Diessen, eine halbe Stunde südlich von Eindhoven.

Demo4Sie haben letztes Jahr einen Stall für 250 Kühe fertiggestellt, Kosten pro Kuhplatz 6000 Euro (inkl vier Lely-Roboter), hoher Kuhkomfort im Kompoststall als Ziel, täglich Weide bei anständigem Wetter und eine jährliche Milchmenge von 1,7 Mio Kilo, die zum Grossabnehmer Friesland Campina geht.

Der Besuch war ausgesprochen interessant, man erfuhr viel als Schweizer in der Milchkrise. Auch in Holland ist die Lage angespannt, der Milchpreis der Lagendijks liegt derzeit bei 25 Cent, vor Jahresfrist waren es gut 10 Cent mehr. Man spürt in der EU die gestiegene Produktionsmenge, nachdem im April 2015 die Quoten aufgehoben worden waren.

Übertrieben jammern über die Preissituation mag der Bauer allerdings nicht, man ist sich in der niederländischen Pampa den rauen Wind des Markts gewohnt. Wer hier überleben will, muss in guten Zeiten vorsorgen, das war letztes Jahr mit Produktionskosten von 31 Cent pro Kilo möglich, heuer zehrt man von den Reserven.

Was Lagendijk deutlich stärker belastet, ist ein anderes Problem. Die Niederlande haben einen notorischen Nährstoffüberschuss, nicht sehr überraschend, angesichts der Intensität mit der hier produziert wird. Lagendijks sind dafür mit potenziell 250 Kühen auf 56 Hektaren Land ein gutes Beispiel.

Die hohe Nährstoffbelastung sorgt für Druck aus der EU und aus dem eigenen politischen Überbau. Konsequenz: Holland muss das Nährstoffaufkommen und in erster Linie die Phosphatbelastung senken. Deshalb hat die Regierung dekretiert, dass die Milchbauern nicht mehr Tiere halten dürfen, als am Stichtag 2. Juni 2015. Das hat viele Milchbauern auf dem falschen Fuss erwischt, weil sie letztes Jahr angesichts der Aufhebung der Quote tief in die Tasche griffen, um ihre Bestände aufzustocken.

Lagendijks sind ein gutes Beispiel: Statt der beabsichtigten 250 Kühe können sie derzeit nur 180 Stück halten. Die Konsequenz ist, dass sie die Kosten für den schönen Neubau nicht vollumfänglich amortisieren können.

Demo1Offenbar geht es zahlreichen anderen Bauern in der Gegend gleich, als nämlich der Konvoi mit den ebenfalls auf dem Betrieb weilenden EU-Ministern seine Rückreise antreten wollte, stellten sich diesem im strömenden Regen etwa 30 protestierenden Milchbäuerinnen und -bauern in den Weg. Sie beklagen sich, dass sie mit ungleich langen Spiessen gegen die Mitbewerber in der EU antreten müssen, haben doch die Kollegen in den Nachbarländern ungleich weniger scharfe Vorschriften bezüglich Nährstoffbelastung, wenn auch in gewissen deutschen Bundesländern durchaus reguliert wird.

Nach langem Hin- und Her wird schliesslich eine Delegation zu den Ministern in den Bus vorgelassen, damit sie ihre Klage deponieren können. Ändern wird sich die Situation erst wieder, wenn die Preise etwas höher steigen, wofür gemäss dem ebenfalls anwesenden CEO von Friesland Campina, Roelof Joosten erste Anzeichen bestehen. Dann nämlich werden es sich die Bauern leisten können, die horrend teuren Phosphorproduktionsrechte zu kaufen, mit denen man die Bestände ausbauen kann. Gegenwärtig gibt es keinen festen Preis, da kaum gehandelt wird, aber man rechnet mit rund 5-6000 Euro pro Kuhplatz.

Der Lösungsansatz ist typisch niederländisch. Im Sektor ist Intensitätsreduktion eigentlich nie ein Thema, vielmehr sucht man immer nach technischen oder wie in diesem Fall fiskalischen Lösungen, um die Landwirtschaft im Stadtstaat Holland zwischen einigermassen Nachhaltigkeits-verträglichen Leitplanken zu halten.Demo3

 

Obacht: Ganze Kuh (war) abzuholen

Dezember 24, 2015

Ganz KuhDer Jahreswechsel nähert sich im Galopp, bzw. wohl eher wir uns ihm. Höchste Zeit also, sich um datierten Wandschmuck zu kümmern. Ich empfehle für 16 den bewährten Kalender Ganz Kuh, bebildert vom fotografisch begabten Käser Martin Bienerth aus Andeer.

Natürlich habe ich ein Exemplar zu vergeben, das sobald wie möglich in die Vertikale möchte, vielleicht zu Dir?! Allerdings bräuchte es dafür noch einen kleinen Effort. Das ganze hat ja auch einen politischen Aspekt, sammeln doch rührige Hornfreunde um den Alpen-Zampano Armin Capaul seit längerem Unterschriften für die Hornkuhinitiative, wie es sich wahrscheinlich schon rumgesprochen hat.  Ein paar Tausend fehlen noch bis zu den verlangten 100’000 (aktueller Stand gemäss Website 86’557) und die Deadline Ende März ist nur noch eine Hornlänge entfernt. Mich würd’s freuen, wenn das Begehren zu Stande käme. Wenn man sieht was alles so unterstützt wird mit Bundesgeld, haben die Resthörner alleweil noch ein paar Fränkli verdient, zumal die komplette Kuh ja auch dem schwer kriselnden Tourismus sehr dienlich ist.

Item, wer mir als ersteR ein Föteli von einem möglichst vollen Unterschriftenbogen schickt (adimali@gmx.ch), kriegt den Wandschmuck gratis und franko. Bögen gibts zum Download hier. Wem das zu mühsam ist: Man kann den Kalender zum Solipreis auch bei den Initianten bestellen oder etwas günstiger beim Fona-Verlag. Viel Glück beim Sammeln!

PS. Zunächst mal ein gutes neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser! Es hat eine Weile gedauert, bis die ganzen Kühe einen Abnehmer fanden, bzw. der Kalender abgeholt wurde. And the winner is, praktischerweise im eigenen Haushalt, Dimitri Krebs, ich gratuliere herzlich! Und der junge Mann hat noch nicht genug gesammelt, er ist grad damit beschäftigt, das geografisch weitherum beheimatete Publikum am Gymi mit Unterschriftenbögen einzudecken. Auch ein Stück Staatskunde natürlich, z.B. rauszufinden, dass es für jede Gemeinde einen anderen braucht. Was so eine Initiative nicht alles leisten kann. Es fehlen übrigens unterdessen nur noch knapp 10’000 Stück.
Dimi

VollMundiges Versprechen, plötzlich zeitlos

September 1, 2015

Migros vorherKleines Aperçu aus dem Plakatwald: Mit viel Getöse hat Migros vor gefühlten drei Jahren die Greening-Kampagne Generation M lanciert. Sie besteht aus 61 Versprechen an die Jugend. Unter anderem hat man Jay, dem Bub auf der Strohballe dannzumal im Weltformat die Einführung der hohen Schweizer Tierwohl-Standards auf allen tierischen Importen bis 2020 versprochen.

Seit einigen Tagen ist Jay wieder stark präsent auf den Plakatwänden. Er ist etwas gealtert, markiert keck den Jungbauer samt Hund und Kuh. Das Sprüchli ist aber im Kern unverändert. Ausser zwei kleinen aber wichtigen Details: Die Jahreszahl fehlt und statt von „hohen Schweizer Tierwohl-Standards“ ist nurmehr von „Schweizer Tierschutz-Vorschriften“ die Rede.

Fazit: Offenbar ist man sich bei der Migros nicht mehr so sicher, ob das ambitiöse Ziel tatsächlich in den nächsten fünf Jahren zu erreichen ist, obschon man sich auf der Website unverändert optimistisch gibt. Dass sich die Verantwortlichen in der Migros-Zentrale am Zürcher Limmatplatz plakativ nicht mehr so weit zum Fenster raus lehnen mögen ist ein Indiz dafür, dass die Umstellung nicht so leicht zu bewerkstelligen ist, wie ursprünglich erwartet, was der Schweizer Landwirtschaft an sich kein schlechtes Zeugnis ausstellt.

Aber Obacht, für Euphorie besteht keinerlei Grund, sind doch die Schweizer Tierschutz-Vorschriften nicht berauschend, ich möchte daran erinnern, dass etwa im Rindermastbereich Auslauf-lose Vollspaltenbodenbuchten nach wie vor erlaubt sind, um nur ein Beispiel zu nennen. Deshalb braucht es für „hohe Tierwohl-Standards“ die Labels. Somit wird das Versprechen der Migros an Jay nicht nur punkto Zeitpunkt unverbindlicher, sondern auch inhaltlich verwässert.

Migros nachher

Die unzichtbaren Schweine van Holland

Mai 24, 2014

L1000414Letzte Woche war ich in Holland für die sogenannte Innovative Pig Production Tour, organisiert von holländischen und belgischen Agrarjournalistenkollegen und dem neuen europäischen Verband ENAJ. Die Visite war interessant aber ernüchternd. Innovativ heisst in Holland in erster Linie effizienter und rationeller, Nachhaltigkeit bezieht sich ausschliesslich auf Ökonomie.

Sneak previewDie Tour führte uns durch die südlichen Regionen Brabant und Limburg, wo ein Grossteil der 12 Millionen holländischen Schweine lebt (zum Vergleich: 1,5 Mio. in der Schweiz). Das würde man aber nicht merken, wenn man’s nicht wüsste. Man sieht nichts, hört nichts und riecht (fast) nichts von den Tieren. Klar sind die zahllosen Ställe auffällig, aber es könnte gerade so eine ausgedehnte Gewerbezone sein, die sich über Dutzende wenn nicht hunderte von Quadratkilometern erstreckt, wobei es den Holländern recht gut gelingt, ihre industrielle Tierhaltung mit Alleen, Baumgruppen, Wasserflächen, dekorativen Ponys und gepflegten Backsteinhäuschen zu kaschieren.

Agroblogger and pigGeruchlich ist man weitgehend abgeschottet von den Realitäten, da die Ställe, zumindest die Neueren und das sind die meisten, obligatorisch mit Luftwaschanlagen ausgestattet sein müssen, die nicht nur die Ammoniak- sondern auch die Feinstaubbelastung senken. Die Ställe, die wir besichtigt haben sind auch räumlich weitgehend abgeriegelt von der Aussenwelt. Aus hygienischen Gründen sind Besucher nur sehr restriktiv zugelassen und grössere Besuchergruppen wie die unserige, 25 Personen umfassende, sind logistisch praktisch nicht handlebar, da man vor dem Stallzutritt duschen muss.

WindowshotSomit ist man auf die Durchblicke von aussen angewiesen. Dazu bieten die 26 fürs Publikum zugelassenen Sichtställe (Zichtstal) Hand, beziehungsweise Auge. Was man da präsentiert bekommt ist nicht schockierend, aber auch nicht erfreulich. Haltung auf absolut minimalem Tierschutzniveau, unstrukturierte Buchten, kaum Beschäftigungsmöglichkeiten und – mit Ausnahme von Betrieben im Promillebereich – keine Einstreu.

Behind the windowEs geht mir nicht darum, die Holländer an den Pranger zu stellen. Ein Grossteil der Schweizer Schweine lebt unter ähnlichen Bedingungen, im EU-Vergleich ist das Haltungsniveau in Brabant, Limburg und Gelderland eher überdurchschnittlich. Was mich frappierte waren die Dimensionen, zwar kannte man die Verhältnisse aus Erzählungen und Fachmedien, aber wenn man dann vor einer Batterie von 90 Meter langen, fensterarmen bzw. -losen Hallen steht und weiss, dass darin Tausende von Schweinen gezeugt, ausgetragen, geboren, gesäugt und gemästet werden, dann ist das schon eindrücklich bis schaudererregend, selbst für einen Abgebrühten wie mich. Economies of scale am lebenden Objekt mit nüchternem Fokus auf Effizienz und Rentabilität – industrielle Landwirtschaft eben. Da leben wir schon noch ein bisschen im Heidiland.
Wartestall

Hörnerfranken: Öko-, Risiko- und Tourismusbonus

Dezember 8, 2013

Sibylle im MedienfokusAm Freitag ist in Bern an einer Bundeshaus-Hintertüre die Petition für den Hörnerfranken eingereicht worden. Schwer beladen mit 18’000 Unterschriften wanderte die prominente Kuh Sibylle (Ex-Wetten, dass…?-Siegerin) an der Spitze eines kleinen Trüppchens von Hornfreunden unter der Ägide von IG Hornkuh und unterstützt von KAGfreiland und Demeter vom Bärengraben zur Ochsenscheune, wie das Parlamentsgebäude in bäuerlichen Kreisen ab und an auch genannt wird.

Dass der Hörnerfranken dereinst Platz findet in der Direktzahlungsverordnung ist eher mässig wahrscheinlich. Höchste Zeit deshalb für ein kleines Plädoyer zugunsten dieses Batzens zugunsten der Viehhalter mit behornten Kühen (1 Fr. pro Kuh und Tag) und Geissen (20 Rappen).

Ich würde niemandem Hornvieh vorschreiben wollen, es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die zum Entscheid des Enthornens führen können: die Unfallgefahr ist vorhanden und es braucht im Stall nicht nur mehr Platz sondern auch ein etwas zeitaufwendigeres Management.

Wer sich aber auf freiwilliger Basis dafür entscheidet, seine Tiere im natürlichen Kopfschmuck-Zustand zu belassen, der sollte dafür entschädigt werden. Dies vor allem aus drei Gründen.

1. Ökologie. Die Enthornung ist ein ziemlich happiger Eingriff in die körperliche Integrität des Tiers. Wer das optisch und physiologisch dokumentiert haben möchte, dem und der empfehle ich den Konsum des Films „Das liebe Rindvieh“ von Bertram Verhaag. Darin zeigt eine Bäuerin anhand der Schädel von einer enthornten und einer behornten Kuh die Unterschiede auf. Die enthornte Kuh entwickelt einen regelrechten Höcker, den man an jeder kurz geschorenen Elitekuh zwischen den Hornansätzen gut beobachten kann. Dieser entwickelt sich gemäss der Bäuerin aufgrund des nötigen Volumens für die Zirkulation des Methans im Körper. Sind die Hörner vorhanden, bietet sich dieser Raum in den Hornzapfen, sind diese weg, braucht es eine Ausweichvolumen.

2. Risiko und Mehraufwand. Genau wie ein Bergbauer, der mit den Bergzonen-Beiträgen für die Erschwernisse und Gefahren von steilen Lagen sowie kurzen Vegetationszeiten entschädigt wird, haben die Hornviehhalter aufgrund ihrer Wahrung der Komplettheit des Tiers Anspruch auf eine Abgeltung für erhöhtes Risiko und zusätzlichen Arbeitsaufwand, zumal diese Leistungen mindestens bis heute auf dem Markt nur ungenügend und partiell durch bessere Preise abgegolten werden.

3. Tourismusförderung. Der Spaziergang mit Kuh durch die Berner Altstadt hat gezeigt, dass behorntes Vieh beim Publikum, zumindest beim urbanen, fast durchwegs auf begeisterte Zustimmung stösst. Besonders auffällig war die Faszination, die Sibylle bei ausländischen Zaungästen auslöste. Ich bin überzeugt, dass behornte Kühe auf den helvetischen Weiden eine Attraktion darstellen, die hornloses Vieh nicht im gleichen Ausmass auszulösen vermag, allein für dieses Engagement im Dienste des Fremdenverkehrs wäre der Hörnerfranken mehr als verdient.

Die Kosten für den Hörnerfranken wären überblickbar. Von den rund 670’000 Kühen im Land (inkl. Mutterkühen) tragen nurmehr rund 10 Prozent Hörner. 67’000 mal 365 gibt 24,455 Millionen Franken, ein paar Hunderttausend Franken kämen noch für die Geissen dazu. Das ist im Verhältnis zu den jährlichen Landwirtschaftskosten von rund 3 Milliarden und angesichts des breiten Nutzens für Tier, Image der Landwirtschaft und Tourimsusindustrie ein bescheidener und gut eingesetzter Betrag. Dass dieser stark wachsen würde, ist überdies kaum anzunehmen, denn der Zustupf wäre dann doch zu bescheiden für eine breite Wiederbehornungswelle.

The inconvenient true price of a pork chop

Oktober 24, 2013

Salami in the pgilet Last night I became an impulse buyer. The german magazine „Der Spiegel“ had a most remarkable cover, a piglet with Salami inside. The title on the cover of the magazine translates „The Pork-System – How the Meatindustry is making us ill“ (the german word „Schweinesystem“ has an additional very negative metaphoric meaning, it suggests betrayal of the stakeholders in the system).

I’m writing this in English because the only free link to the article is the one to the english version and because I thought it might be interesting to see the leading german newsmagazines view for english speaking readers. For the Germanspeaking I have put it into Google-Translator, making it a journey from german via english back to german. This produces quite funny results: For example „Top-Genetik-Eber“ becomes „Top-genetischen Wildschwein“.

Anyway, the article is not especially funny at all. It tells the successstory of the german pig-business. „Factory Farming: The True Price of a Pork Chop“ is the title inside the magazine. Germany is producing 58 Mio. pigs a year. This makes the country the 3rd biggest exporter after China and the USA. And there’s a big domestic consumption: The roughly 82 Mio. germans eat 39 Kilos of pig meat a year in the average. 85 percent of the germans eat meat every day, four times as many as in 1850. So far so good for the meat industry. But the industrialisation of the business has a few dark sides (which are the same in many other countries):

  • The animals have to be absolute high performers. In the final four months of their half-year live they have to add 850 grams of weight a day. They live in tight spaces in growing stabulations. While the average farm had 101 animals only 20 years ago, this number has risen to 985 in 2012. There is though, some improvement in the animal welfare sector. The non-lactating sows have to be kept in groups, but only 73 percent of the farmers have implemented the new system yet.
  • The personnel in the slaughterhouse is payed lousily. They are not occupied by the slaugther enterprises but by eastern-europaen subcontractors that are paid by piece slaughtered. Result: 5.04 Euros an hour (before taxes). A trade unionist calls this „salary dumping“. If they were paid 12 Euros an hour, the Kilo Schnitzel would cost Euros 7.35 per Kilo instead of 7.10. Seems like nothing, but not in this system, where everything is counted down to the last dime.
  • The consumers get cheap meat but the costs are high: 50 Mio. m3 of liquid pig manure are threatening or already polluting their drinking water. The massive and partially preventive use of Antibiotics in the short life span of the pigs is producing resistant germs that will put their effect in humane medicine in danger. Last year 1746 tons of antibiotics were used in the german animal health sector. Double as much as for the use in human medicine. 40 Percent of the veterinarians working in the pig sector are carriers of resistant germs of the MRSA-Type.

And the farmers? Is the „Schweinesystem“ good for them? It can be so from an an economical point of view, at least short and mid term. But I bet that many of them don’t like the way their animals are treated as industrial goods. And how they themselves are pressed into the logics of an industrial system that has become like a huge machine, which treats the farmer as a small wheel, who has to turn and grow or get lost. The number of pigfarms has gone down from 264000 to 28000 in 20 years. Maybe it’s time for a big emancipation movement. No farmer should ever forget, that no retailer, no butcher, no cheesemaker and no baker will ever be able to produce a kilo of meat, milk or wheat without his work.

Heim für das Huhn on the road

September 24, 2013

HühnermobilManchmal gibt es Innovationen, die sind so gut, dass sie einen Gratiswerbespot verdient haben. Zum Beispiel die mobilen Hühnerställe von Stallbau IrisEierablage Weiland. Genau, eine Frau im Stallbau. Das ist ein seltenes Phänomen, das an sich eine Erwähnung verdient hätte. In diesem Interview erklärt sie das System ausführlich. Wer lieber Filme schaut, der kommt hier auf der Firmenhomepage auf die Rechnung.

Hühnermobil InnenansichtDie mobilen Ställe haben ein paar Vorteile: Sie sind einfach bedien- und verlegbar, tierfreundlich und schonen die Grasnarbe rund um den Stall, die in stationären Anlagen aufgrund der Pickfreude der Hühner oft im Nu einer kargen Mondlandschaft gleichen. Zudem kann man kann die Hühner als Fruchtfolgeelement einsetzen, ähnlich wie das mit mobilen Schweineställen der Fall ist. Auch in der Schweiz gibt es bereits Anwender. Das neue Magazin der KAG berichtet über den mobilen Stall auf dem Weingut Post in Osterfingen. Ich werde versuchen, dort einmal eine mobile Stallvisite zu machen. (Bilder von der Websiter der Herstellerin)

Hühnermobil romantisch

PS. Hier noch ein optisch attraktives Konkurrenzmodell aus den USA, danke Heidi für den Tipp. (Bild Peter Essick/National Geographic)

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The Pros and Cons of Backyardchickens

Mai 29, 2013

Backyardchicken in Gränichen, Aargau, SwitzerlandThe most frequent search term, that people get on my blog with, is „Hühnerhaus selber bauen“ (german for „Build your own Henhouse“). The popularity of the subject of backyardchickens seems enormous. And at the same time, the idea of keeping a few hens in your more or less limited suburban space, is politically so correct, that I’ve never ever heard anybody say anything bad about it.

That’s why, it got really alert, when I saw the  following Headline in the Facebook-Timeline of a colleague in the far Canadian west: „You Absolutely Should Not Get Backyard Chickens“, it read. The link led to a very interesting blog, called „Northwest Edible Life“ by Erica, who says about herself: „I grow, I cook, I save and I try to stay slowish in a very fast world.“ Sounds good.

But anyway, back to the backyardchickens. I’m not gonna retell the whole story, it’s a very worthy entertaining read. Just shortly, Erica says, don’t even thing of buying a „half-dozen cute peeping balls of fluff“ to grow them into chicken when you’re not ready to either keep them as long as they live, even when they stop laying eggs, or culling them yourself, when they no longer supply you with eggs.

Erica, who is a seasoned owner of chickens in the backyard herself, says this, because a friend of hers wants to buy some balls of fluff so badly. But she only thinks of the eggs, and not of the consequences that their production has. The productive phase of hens, even if they are kept like pets, is relatively short, 3 years, sometimes a little more. But they can live much longer. 20 year old hens are not unheard of.

The 5 to maybe 10 years, that you only feed the postproductive hen, cost you hundreds of dollars, as my blogging colleague calculates. Her friend isnt’r really ready to dispense so much. But on the other hand she wouldn’t be able to do any damage to her hen, not talking of killing her for a tasty chicken stew.

So the only alternative would be to give away the chicken to some kind of old hens home. Lack of responsability, says Erica. With a certain right, I think, either you go the full way with your chicken, or you absolutely shouldn’t get backyardchickens. Thanks for the interesting thoughts, Erika, always good to look at a worldwidely praised phenomenon from another angle. 

Diese Wahl wird nicht an der Urne entschieden

Januar 16, 2013

Pouletmasthalle in NiedersachsenIn Deutschland ist die Landwirtschaft zur Zeit ein ziemliches Politikum. Leider nicht im positiven Zusammenhang. Zwar wird die Grüne Woche, die am Donnerstag eröffnet wird, viele schöne Bilder von Politikern im Ess- und Trinkeinsatz inmitten von feschen Produzenten und Verarbeitern in die guten Stuben bringen. Im Mittelpunkt wird dabei wie immer die Landwirtschaftsministerin stehen. CSU-Hoffnungsträgerin Ilse Aigner steht aber nicht nur an den Ständen im Mittelpunkt, sondern vor allem im Fokus der Kritik von Linken und Grünen, die die Landwirtschaft und namentlich die Tierhaltung und ihre Exzesse im kommenden Bundestagswahlkampf ins Zentrum stellen wollen.
Folgerichtig hat die Frau Minister denn dieser Tage auch den Dinosaurier-Preis des Naturschutzbunds erhalten und zwar für „ihr Festhalten an einer umweltschädlichen Agrarpolitik und ihr enttäuschendes Engagement für ein besseres Tierschutzgesetz“. In Niedersachsen, wo am Wochenende Landtagswahlen anstehen, nehmen die Grünen einen Testlauf vor, wie heute die FAZ anhand des lokalen Widerstands gegen einen gigantischen Hähnchenschlachthof aufzeigt. Die Rede ist hier von einer „Agrarwende“, die nun dringend notwendig sei. In das gleiche Horn blasen auch die in einem breiten Bündnis agierenden Organisatoren der traditionellen Demonstration am Rande der Grünen Woche, die am kommenden Samstag unter dem Motto „Wir haben es satt!“ über die Bühne geht.
Der Einsatz der deutschen Umwelt- und Naturschützer für die Kreatur und eine umweltfreundliche Landwirtschaft ist löblich, nur wird sich weder an den niedersächsischen noch an den gesamtdeutschen Urnen entscheiden, ob es effektiv zu einer Agrarwende kommt. Vielmehr hängt dies davon ab, ob es die Konsumenten weiterhin normal finden, dass sie ihr Hähnchen zu 2 Euro 99 das Stück aus der Kühltheke fischen können, wie das im besagten Artikel geschildert wird. Das ist die Abstimmung mittels Einkaufswagen. Dabei sollten wir uns hüten, gönnerhaft Richtung Norden zu blicken. Auch in der Schweiz sieht es nicht viel besser aus. Das Pouletfleisch aus Labelproduktion muss man mit der Lupe suchen, während die Importe von wo auch immer, wie auch immer produziert bestens florieren. Von den Einkaufstouristen, die ennet der Grenze Poulets für 2.99 das Stück kaufen gar nicht zu reden. (Bild Theodor Barth/Laif/FAZ)

Der leider falsch pfeifende Whistleblower

Juni 30, 2012

Dieser Tage habe ich wieder einmal die Nachrichten des von Erwin Kessler präsidierten Vereins gegen Tierfabriken (VgT) erhalten. Das Heft hat gemäss Angaben auf dem Titelblatt eine Auflage von 1,044 Millionen, was nach Coop-Zeitung und Migros-Magazin die drittgrösste im Lande wäre. Das zeigt, dass der VgT einige finanzkräftige Anhänger haben muss.
Bisher ist das Magazin bei mir bisher meist direkt ins Altpapier gewandert, Kessler ist mir einfach zu krass drauf. Der Mann ist von einer kompromisslosen Mission getrieben und das ist mir immer suspekt. Da ich grad Zeit hatte, habe ich die VgT-Nachrichten wieder einmal durchgeblättert. Der Inhalt ist immer derselbe. Die Sprache strotzt vor Kraftausdrücken in alle Richtungen: Fleischfressende Journalisten, die alles totschweigen, Schächtjuden, Grossverteiler, die verlogene Schreiben verschicken, egoistische Konsumenten, denen der Holocaust an den Nutztieren egal ist, etcetera etcetera. Kessler schlägt derart systematisch um sich, dass er ausserhalb seiner Entourage von laut VgT-Homepage 35 000 Mitgliedern kaum noch irgendwo Support findet. Selbst seinen Anhängern gegenüber gibt er sich unerbittlich. Ein Student der Lebensmittelwissenschaften, der in den neuesten Nachrichten grundsätzliches Einverständnis mit Kesslers Aktivitäten signalisiert, erklärt völlig zurecht, dass es unhaltbar sei zu behaupten, dass „Schweinefabriken schlimmer als KZs seien“, wie das der VgT immer wieder mal tut. In seiner Antwort fährt Kessler dem jungen Mann übers Maul und wirft ihm vor, gängige Klischees nachzureden und ein Opfer der suggestiven Indoktrinanion in den Mainstream-Medien zu sein.  
Eigentlich schade, dass Kessler ständig mit dem verbalen Zweihänder dreinschlägt, denn einige seiner Vorwürfe sind durchaus berechtigt. So kritisiert er im neuesten Magazin, dass in einem Auslaufstall für 18 000 Hennen nur ein kleiner Teil der Tiere jemals ins Freie gelangt. Das ist ein anerkanntes Problem. Weiter prangert er Bauern an, die ihre Kühe den ganzen Winter lang angebunden halten. Auch das ist eine Sauerei. Ausserdem gehe ich einig mit Kessler, dass die Schweinehaltung vielerorts ungenügend ist. Das Problem ist nur, dass die permanente Vollrohr-Offensive des Thurgauers kaum etwas bewirkt ausser Ablehnung und Gerichtsverfahren. 
Man muss ja als kämpfender Tierfreund nicht grad so staatstragend werden, wie der Schweizer Tierschutz und sein Geschäftsführer Hansuli Huber. Aber ein Franz Weber, ebenfalls kein Kind von Zahmheit, hat mit seiner Mischung aus Militanz und Konsens, aus zeitgerechtem Chambrieren und lautem Poltern viel mehr erreicht als Kessler, zum Beispiel unlängst den Sieg in einer Volksinitiative. Das ist noch nicht manchem Politaktivisten hierzulande gelungen. (Bild 20min.ch)


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