Archive for the ‘Tierhaltung’ Category

Durch sieben Weidetörli musst du gehen…

Juli 10, 2016

Weidetörli1Okay, der Titel ist etwas gesucht, bin nur drauf gekommen, weil ich kürzlich gezählt und gemerkt habe, dass ich jetzt im siebten festen Job bin und ein jeder verändert wieder ein wenig die Perspektive und den Alltag, ähnlich wie einem das ab und an geht, wenn man durch ein Weidetörli kommt.
Zudem habe ich von meinen bewährten Kuhbildcracks Monika Schlatter (das oberste, aus Rikon ZH) und Urs Wiskemann (vom Bockmattli SZ) tolle Weidetörli geschickt erhalten und zu guter Letzt gedacht, es wäre höchste Zeit, wieder einmal zu bloggen.

Weidetörli2

Weidetörli3

Item, zurück zum Job Nr. 7. bei der BauernZeitung. Der ist mit einer der Zeitaufwendigsten und tagaus, tagein so stark mit der Scholle und dem darauf sich tummelnden Getier befasst, dass ich kaum noch dazu komme, in dieser Spalte Content zu liefern. Deshalb hab ich mir gedacht, ich könnt mal ein bisschen verlinken, was man dieser Tage so schreibt in der BauernZeitung.

Weidetörli4Hier ein paar Analysen aus der letzten Zeit: Die erste zum Thema Zeitung und Zukunft (es möge kein Gegensatzpaar daraus werden…) zum Auftakt mit dem neuen Layout unseres Blattes. (Sie wissen nicht wies aussieht? Kommentar oder Mail an mich genügt für Probeabo:). Dann die zweite zum Thema Pestizide und den Umgang mit der Anti-Landwirtschaftskampagne von Pro Natura. Die dritte online stehende schliesslich noch ist diejenige zum Käsemarkt und seine Lebenszeichen. Viel Vergnügen bei der Lektüre und weiterhin schönen sonnigen Sonntag! (Bilder Monika Schlatter, Urs Wiskemann)

Weidetörli5

Phosphatprobleme im holländischen Hinterland

Mai 31, 2016

Demo2Interessante Begegnung heute im holländischen Hinterland: Wir sind mit ENAJ, dem europäischen Agrarjournalistennetzwerk unterwegs, Anlass ist das informelle EU-Agrarministertreffen in Holland, das derzeit die Union präsidiert. Teil des Programms ist die Besichtigung des Milchbetriebs von Rick und Joke Lagendijk in Diessen, eine halbe Stunde südlich von Eindhoven.

Demo4Sie haben letztes Jahr einen Stall für 250 Kühe fertiggestellt, Kosten pro Kuhplatz 6000 Euro (inkl vier Lely-Roboter), hoher Kuhkomfort im Kompoststall als Ziel, täglich Weide bei anständigem Wetter und eine jährliche Milchmenge von 1,7 Mio Kilo, die zum Grossabnehmer Friesland Campina geht.

Der Besuch war ausgesprochen interessant, man erfuhr viel als Schweizer in der Milchkrise. Auch in Holland ist die Lage angespannt, der Milchpreis der Lagendijks liegt derzeit bei 25 Cent, vor Jahresfrist waren es gut 10 Cent mehr. Man spürt in der EU die gestiegene Produktionsmenge, nachdem im April 2015 die Quoten aufgehoben worden waren.

Übertrieben jammern über die Preissituation mag der Bauer allerdings nicht, man ist sich in der niederländischen Pampa den rauen Wind des Markts gewohnt. Wer hier überleben will, muss in guten Zeiten vorsorgen, das war letztes Jahr mit Produktionskosten von 31 Cent pro Kilo möglich, heuer zehrt man von den Reserven.

Was Lagendijk deutlich stärker belastet, ist ein anderes Problem. Die Niederlande haben einen notorischen Nährstoffüberschuss, nicht sehr überraschend, angesichts der Intensität mit der hier produziert wird. Lagendijks sind dafür mit potenziell 250 Kühen auf 56 Hektaren Land ein gutes Beispiel.

Die hohe Nährstoffbelastung sorgt für Druck aus der EU und aus dem eigenen politischen Überbau. Konsequenz: Holland muss das Nährstoffaufkommen und in erster Linie die Phosphatbelastung senken. Deshalb hat die Regierung dekretiert, dass die Milchbauern nicht mehr Tiere halten dürfen, als am Stichtag 2. Juni 2015. Das hat viele Milchbauern auf dem falschen Fuss erwischt, weil sie letztes Jahr angesichts der Aufhebung der Quote tief in die Tasche griffen, um ihre Bestände aufzustocken.

Lagendijks sind ein gutes Beispiel: Statt der beabsichtigten 250 Kühe können sie derzeit nur 180 Stück halten. Die Konsequenz ist, dass sie die Kosten für den schönen Neubau nicht vollumfänglich amortisieren können.

Demo1Offenbar geht es zahlreichen anderen Bauern in der Gegend gleich, als nämlich der Konvoi mit den ebenfalls auf dem Betrieb weilenden EU-Ministern seine Rückreise antreten wollte, stellten sich diesem im strömenden Regen etwa 30 protestierenden Milchbäuerinnen und -bauern in den Weg. Sie beklagen sich, dass sie mit ungleich langen Spiessen gegen die Mitbewerber in der EU antreten müssen, haben doch die Kollegen in den Nachbarländern ungleich weniger scharfe Vorschriften bezüglich Nährstoffbelastung, wenn auch in gewissen deutschen Bundesländern durchaus reguliert wird.

Nach langem Hin- und Her wird schliesslich eine Delegation zu den Ministern in den Bus vorgelassen, damit sie ihre Klage deponieren können. Ändern wird sich die Situation erst wieder, wenn die Preise etwas höher steigen, wofür gemäss dem ebenfalls anwesenden CEO von Friesland Campina, Roelof Joosten erste Anzeichen bestehen. Dann nämlich werden es sich die Bauern leisten können, die horrend teuren Phosphorproduktionsrechte zu kaufen, mit denen man die Bestände ausbauen kann. Gegenwärtig gibt es keinen festen Preis, da kaum gehandelt wird, aber man rechnet mit rund 5-6000 Euro pro Kuhplatz.

Der Lösungsansatz ist typisch niederländisch. Im Sektor ist Intensitätsreduktion eigentlich nie ein Thema, vielmehr sucht man immer nach technischen oder wie in diesem Fall fiskalischen Lösungen, um die Landwirtschaft im Stadtstaat Holland zwischen einigermassen Nachhaltigkeits-verträglichen Leitplanken zu halten.Demo3

 

Cash für Kasisi

Mai 13, 2016

KasisiHeute einmal ein klein wenig Reklame für ein unterstützungswürdiges Projekt. Ich komme zwar ein bisschen wie die alte Fasnacht hinterhehr. Unterdessen haben so diverse Institutionen wie Zalp, BigM und Ron Orp zum Spenden aufgerufen, jetzt also auch noch hier den Appell an den Geldbeutel zugunsten eines guten Zwecks.

Es geht um eine Crowdfunding-Aktion für eine Molkerei in Kasisi in Sambia. Dort ist Markus Schär, ein Biobauer und Älpler aus Bern für eine Schweizer Entwicklungsorganisation drei Jahre lang am KATC, einem jesuitischen Training-Center für Biolandwirte tätig. Die Milch der 45 Kühe des Centers geht zur Zeit in die Industrie, neu möchte man einen Teil davon zu Joghurt, Lacto (Sauermilch) und anderen Produkten verarbeiten und direkt vermarkten.

„Um mit der Milchverarbeitung beginnen zu können, müssen wir einen Raum umbauen und mit Wasserleitungen, Abfluss und Waschtrog ausstatten. Und wir benötigen Ausrüstung und Utensilien. Unsere grössten Posten sind eine Zentrifuge (zur Rahmgewinnung), ein Pasteur, Chromstahlkannen, Kühlschränke, ein Generator, ein Wasserspeichertank und ein Boiler“, schreibt Markus in einem Brief an „Bio-Affine“ und „Nord-Süd-Solidarische“.

Dafür fehlt noch etwas Kleingeld, gemäss Stand heute sind es noch 6169 Franken, die ausstehen, um das Ziel von 15’000 Franken zu erreichen. Auf der benutzten Plattform bleiben noch 64 Tage, macht weniger als eine Hunderternötli pro Tag, das sollte eigentlich zu schaffen sein.

Hier geht es zur Crowdfunding-Plattform, wo es auch ein Video zum Projekt zu sehen gibt. Weitere Informationen über das Projekt finden sich auf dem sehr lesenswerten Sambia-Blog, den Markus Schär für uns bei der BauernZeitung schreibt. Viel Vergnügen bei der Lektüre und lassen sie sich die Fränkli aus dem Portemonnaie zentrifugieren und in den Milchtank sprudeln, es lohnt sich bestimmt. (Bild Markus Schär)

Frühlingskühe und ein Pleasure-Storm

April 23, 2016

Frühlingskühe1aDer Frühling ist mit leichtem Stottern am ankommen und auch meine Kuhfoto-KorrespondentInnen erwachen langsam aus dem Winterschlaf, das heisst, es gibt es auch wieder vermehrt Kuhbilder!

Frühlingskühe2aZum Auftakt eine kleine Serie von Monika Schlatter, die viele von Euch schon kennen dürften als begabte Kuhfotografin. Diese Woche haben wir ihr auch auf BauernZeitung online erstmals die Ehre gegeben mit einem wunderschönen Bild von zwei behornten Braunen auf der Schwägalp.

Frühlingskühe3a„Vielleicht kannst du was anfangen damit?“, schreibt mir Monika. Und ob, herzlichen Dank! Die Bilder stammen aus der Nähe von Risch ZG und das unterste vom Hinterchiemen. Etwas peinlich ist mir, dass ich keine Ahnung habe, was da für ein markanter Berg dahinter steht. Vielleicht kann ja jemand weiterhelfen?

Frühlingskühe6aDie zweite Serie stammt ebenso verdankenswerter Weise von meinem Kumpel Urs Wiskemann, seines Zeichens Motorsänger und regelmässiger Kuhbild-Lieferant. Merci Ürsu!

Frühlingskühe5a„hier noch kuhbilder von einem spaziergang am dienstag abend von männedorf nach feldbach. super wetter und eine schöne mutterkuhherde am weiden in stäfa. die kälber waren echt schnüsig am gumpen“, schreibt er mir, was mit diesem Bild geradezu prächtig dokumentiert ist.

Frühlingskühe4aAllerdings war seine Freude nicht ungetrübt: „seit mir mein lebensmittelchemiker-freund urs gesagt hat, weidemast sei mit abstand die futterintenivste mast, hab ich natütterli bitzeli weniger freude als frücher: nach dem motto, wer weniger weiss hats manchmal einfacher glücklich zu sein“. Aber zum Glück hilft mehr wissen manchmal auch, dank meiner Zeit am FiBL konnte ich diese Fehlinformation vom Lebensmittelchemiker locker parieren. Weidemast kann unter Einbezug aller Parameter mehr als nur mithalten. Man lese zum Beweis diesen FiBL-Bericht (oder zumindest die Zusammenfassung), Link ganz unten.

Pfisters VideoUnd apropos Gumpen: Zum Abschluss von der Frühlingskuhparade jetzt noch ein kleines bzw grosses Online-Phänomen. Die Familie Pfister aus Bözen AG hat mit einem 50-Sekunden Filmli auf ihrem Facebook-Account zum Thema erster Weidegang internationale Berühmtheit erlangt (leider kann ich es mangels Knowhow hier nicht teilen, aber via den Link sollte es klappen). Die tanzenden Kühe und Kälber wurden auf dem Original-Account seit dem 31. März zwei Millionen mal angeschaut, gut 30’000 mal gelikt und über 21’000 mal geteilt. Dieser Pleasure-Storm freut mich sehr weil er zeigt, wie gross das Potenzial der Landwirtschaft für gute Geschichten ist. Und wie wenig es manchmal braucht, um diese dank den neuen Medien schön zu vermarkten.

Was das Filmli punkto Haltung zeigt, ist dass ein befestigter Betonboden in einem Laufstall für die Tiere das echte Weide-Feeling nie wird ersetzen können. (Bilder Monika Schlatter (obere drei), Urs Wiskemann (untere drei))

Ehrendamen: Wie bestellt und nicht abgeholt

Januar 15, 2016

Alarm KopieDieses Wochenende ist Swiss Expo. Die Top-Viehschau in Lausanne ist das Mekka der Schweizer Züchter. Es ist das alljährliche frühe Highlight für Kuhfans, die zu Tausenden an den Lac Léman pilgern, um dort die Reines des Reines sämtlicher populärer Rassen zu bestaunen.

Heute sind die Topevents eher Cowshows als Viehschauen. Die Organisatoren bemühen sich nach Kräften um Glamour, inspiriert natürlich nicht von Gotthelfscher Tradition, sondern von amerikanischen Gebräuchen, wo sich die Inszenierung der Königinnenkürung schon länger an Hollywood anlehnt: Schwinwerfer, schmissige Musik und natürlich… sogenannte Ehrendamen.

Um diese soll es heute gehen. Sei’s in Wattwil oder Lausanne, Sargans oder Burgdorf: Wo immer heute Kühe ausgezeichnet werden, sind die leicht geschürzten und flankierend posierenden Damen auf den Siegerbildern nicht weit. Mir tun sie ehrlich gesagt ein wenig leid. Sie wirken irgendwie immer ein bisschen wie bestellt und nicht abgeholt. Ihre Aufgabe besteht einzig darin, gut auszusehen und die zwei- und vierbeinigen Siegerinnen optisch aufzuwerten,  ohne jemals das Wort ergreifen zu dürfen oder anderweitig für Stimmung zu sorgen.

Ich finde die Präsenz der hübschen jungen Frauen ziemlich überflüssig. Erstens weil eine schöne Kuh und ihre Besitzer ja eigentlich genügen sollten, um sie geht es hier ja. Und zweitens wiel die Ehrendamen hier nur schön zu sein und nichts zu sagen haben. Dieses überholte Frauenbild wird ansonsten praktisch nur noch von der Autobranche gepflegt, die sich an ihren Salons immer noch nicht entblödet, junge Frauen neben und auf Karosserien posieren zu lassen.

Die Landwirtschaft hat es jetzt definitiv nicht nötig, auf dem selben Karren mitzureiten, sie zementiert damit höchstens das Bild von leichter Rückständigkeit, das man ihr gerne anhängt. Dabei gibt es in der Branche heute mehr als genug tatkräftige junge Landwirtinnen wie Elvira Perreten aus Lauenen BE, die im bäuerlichen Alltag ihre Frau stellen, zum Beispiel in der Viehzucht, wie das gestrige Siegerbild mit der Swiss-Expo-Simmentaler-Siegerkuh Alarm Venus zeigt. Um ihr Ehre anzutun, müsste man Frau Perreten wenn schon – das würde mal ein emanzipiertes der Landwirtschaft abgeben – einen Ehrenmann an die Seite stellen, aber dann bitte im Chüejermutz und nicht in der Leopard-Badehose. (Bild Peter Fankhauser, Bauernzeitung (die hier bis Samstag live aus Lausanne berichtet.))

Obacht: Ganze Kuh (war) abzuholen

Dezember 24, 2015

Ganz KuhDer Jahreswechsel nähert sich im Galopp, bzw. wohl eher wir uns ihm. Höchste Zeit also, sich um datierten Wandschmuck zu kümmern. Ich empfehle für 16 den bewährten Kalender Ganz Kuh, bebildert vom fotografisch begabten Käser Martin Bienerth aus Andeer.

Natürlich habe ich ein Exemplar zu vergeben, das sobald wie möglich in die Vertikale möchte, vielleicht zu Dir?! Allerdings bräuchte es dafür noch einen kleinen Effort. Das ganze hat ja auch einen politischen Aspekt, sammeln doch rührige Hornfreunde um den Alpen-Zampano Armin Capaul seit längerem Unterschriften für die Hornkuhinitiative, wie es sich wahrscheinlich schon rumgesprochen hat.  Ein paar Tausend fehlen noch bis zu den verlangten 100’000 (aktueller Stand gemäss Website 86’557) und die Deadline Ende März ist nur noch eine Hornlänge entfernt. Mich würd’s freuen, wenn das Begehren zu Stande käme. Wenn man sieht was alles so unterstützt wird mit Bundesgeld, haben die Resthörner alleweil noch ein paar Fränkli verdient, zumal die komplette Kuh ja auch dem schwer kriselnden Tourismus sehr dienlich ist.

Item, wer mir als ersteR ein Föteli von einem möglichst vollen Unterschriftenbogen schickt (adimali@gmx.ch), kriegt den Wandschmuck gratis und franko. Bögen gibts zum Download hier. Wem das zu mühsam ist: Man kann den Kalender zum Solipreis auch bei den Initianten bestellen oder etwas günstiger beim Fona-Verlag. Viel Glück beim Sammeln!

PS. Zunächst mal ein gutes neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser! Es hat eine Weile gedauert, bis die ganzen Kühe einen Abnehmer fanden, bzw. der Kalender abgeholt wurde. And the winner is, praktischerweise im eigenen Haushalt, Dimitri Krebs, ich gratuliere herzlich! Und der junge Mann hat noch nicht genug gesammelt, er ist grad damit beschäftigt, das geografisch weitherum beheimatete Publikum am Gymi mit Unterschriftenbögen einzudecken. Auch ein Stück Staatskunde natürlich, z.B. rauszufinden, dass es für jede Gemeinde einen anderen braucht. Was so eine Initiative nicht alles leisten kann. Es fehlen übrigens unterdessen nur noch knapp 10’000 Stück.
Dimi

Coopportunistischer Festtagsschweinebauch

Dezember 16, 2015

Fleisch CoopAn den Festtagen sitzt das Portemonnaie locker, man und frau gönnt sich namentlich was Fleisch angeht etwas Edles zur feierlichen Tafel, es ist ja nicht alle Tage Weihnacht. Interessant deshalb zu schauen, was unsere lieben Grossverteiler da so anpreisen, wie mir heute beim allwöchentlichen Hochgeschwindigkeitsdurchblättern der beiden Detailhandelspostillen aufgefallen ist.

Um es vorweg zu nehmen, Coop enttäuscht diesmal schwer. Ungeachtet der unbestrittenen Verdienste um das Tierwohl und das heimische Schaffen, welche die Basler bei jeder Gelegenheit noch so gerne ins grösstmögliche Schaufenster hängen, erhalten sie heute den Agroblog-Schwarzpeter für das schwächste Schweinebauch-Festtagsinserat 2015.

Das Schweinebauch-Inserat, sollte Ihnen, liebe LeserInnen dieser Begriff nicht geläufig sein, ist die Aktion gewordene Auswahlsendung, die Migros und Coop mal beschränkt auf eine Produktegattung, mal querbeet mit allem (deshalb Schweinebauch) sei’s in den eigenen Blättern oder in den Printmedien placieren. (Die NZZ, das nur am Rande bemerkt, kämpft bis heute umsonst um das Privileg, diese Rabattseiten an Bord zu holen, edle Positionierung hat manchmal auch ihre Schattenseiten).

Item, dieser Fleisch-Schweinebauch in der neuesten Coop-Zeitung enttäuscht schwer: Trotz heimischem Topangebot kommt das Rind aus Irland, das Kalb aus Frankreich oder vielleicht (wenn man Schwein hat) aus der Schweiz und das Lamm wie üblich aus very far Übersee. Das alles, vor allem bei Rind und Kalb zu satten um nicht zu sagen horrenden Preisen und ohne jegliche Label. Es lässt sich halt fast mit nichts so schön Marge bolzen, wie mit Importfleisch. Dass man dies mit Ausnahme des Schweines ausgerechnet zu den Festtagen so skrupellos durchzieht ist eine rechte Enttäuschung. Das, ich wiederhole mich gerne, ist Einkaufstourismus, der sich durch nichts unterscheidet von demjenigen der Tausenden von helvetischen Grenzpilgern, über die man sich bei den Grossverteilern zunehmend Sorgen macht.

Deutlich besser schneidet zumindest diesmal die Konkurrenz ab, welche mit Ausnahme des latenten Lamm- und Geflügelproblems (das auch Coop hat) durchwegs auf heimische Ware setzt. Selbst das knochengereifte Fleisch (ziemlich unnötiger Kult, scheint mir, aber offenbar trendig genug, um ihm in beiden Detailhandesblättchen je eine Seite zu widmen) stammt bei Migros aus dem TerraSuisse-Label, während bei Coop nichts deklariert ist, was erneut auf Import und Labelfreiheit schliessen lässt. Korrekturen wie immer willkommen, ein bisschen Reinwaschung könntet Ihr brauchen, werte Coopportunisten…

Fleisch Migros

PS. Hier noch eine kleine willkommene Ergänzung von Monika Schlatter, die regelmässigen Besucherinnen als talentierte Kuhfotografin bekannt sein dürfte. Sie hat mir untenstehendes Bild geschickt und dazu folgendes geschrieben: „Wenn Coop ausländisches Fleisch (wo bleibt dort wohl der Tierschutz…?) von weither „herankarrt“ und derart billig anpreist, wird der Konsument wohl nicht zum teureren Schweizer Fleisch greifen…“ Dem gibt’s nichts beizufügen, ausser vielleicht, dass es langjährigen Beratungsanstrengungen sei Dank doch einen gewissen Prozentsatz von Leuten gibt, die nichtsdestotiefpreis konsequent auf nachhaltiges einheimisches Schaffen setzen, danke Monika!
Monika

Weidetöri, 4. Quartal: Ausser Betrieb

Dezember 8, 2015

BlauFür alle die, die sie schon ein bisschen vermisst haben: Hier das (kurze) Best of Weidetöri im vierten Quartal. Ist halt nicht grad viel zu bewachen in dieser Saison. Hier obenstehend eines auf der Melchseefrutt, auf dem Weg Richtung Bonistock, drehen nicht ganz einfach, aber im Frühling wird’s bestimmt wieder.

Untenstehend ergänzend etwas früher aber auch schon ausser Dienst ein paar Exemplare aus dem Stockhorngebiet. Aussichtsmässig gabs nicht viel zu bestaunen, drum fokussierte man voll auf die naheliegenden Attraktionen.

A Weidetor1Das Drehende, kurzerhand zur Ruhe gelegt.

A Weidetor3Das Drehende, zwar noch stehend, aber doch ziemlich obsolet.

A Weidetor2Das zu Übersteigende, im Moment leicht umgehbar.

Eseli

Und zum Schluss dann doch zum Glück noch etwas Leben angetroffen, kurz vor der Züglete ins Tal, auf einer der Alpen, die wie auf einer Perlenkette rund ums Stockhorn aufgereiht sind.

Manifique: Cows with a view

Oktober 12, 2015

Greekcow3Recently on the Mani-Peninsula in Greece: A few cows and heifers with a pretty amazing view, they didn’t seem to care much about it, though.

Unfortunately, I can’t tell you much about greek or peleponnesian agriculture, the focus was on chilling out (very recommendable place for this purpose!).

Just a few notes: Lots, really lots of olive trees. The Kalamata area that includes parts of Mani is Greece’s main olive oil production zone.

There were hardly any sheep or cows around, so I assume, that the milk production is not important on Mani, not surprisingly, it’s very dry here and rather hard to feed cows. Those here were pretty much on their own. The second time we saw them, they were on the way home, unaccompanied.

Except for some bigger olive oil operations, farming is predominantly small scale. But most of the olive farmers are to small for big presence on the markets. The austrian Company Bläuel hat taken this niche and collects oil from different producers which is then exported, eg. to Migros in Switzerland.

Greekcow2

Monikas Kuhsommer

Oktober 5, 2015

Monicow1a

Meine treue Kuhbildlieferantin Monika Schlatter hat mich auch diesen Sommer nicht hängenlassen. In regelmässigen Abständen schickte sie mir Bilder von allerlei Wanderungen mit Kuhbegegnungen aller Art. Hier ein Best-of mit Originalkommentaren und ganz herzlichem Dank!

„Lassen sie uns durch oder nicht, das scheint hier die Frage zu sein… Um der Hitze zu entfliehen wanderten wir kürzlich u.a. vom Chäserrugg zur Gamsalp hinunter, wo auch diese Aufnahme entstand. Und ja, es war diesmal kein Problem, die Kühe waren friedlich, die sind an die Touristen gewöhnt! (18. Juli)

Monicow2a„Endlich wieder mal ‚richtige‘ Kühe, mit und ohne Hörner, aber allesamt Knochengestelle… Ich ging gestern von Braunwald über die Bösbächi Alp (der junge Alpkäse ist hervorragend!) zum Oberblegi-See und hinunter nach Luchsingen!“ (29. Juli)

Monicow4

Monicow5

„Heute kann ich dich mit ‚Action‘ Bildern beliefern. Ich war gestern in den Flumserbergen unterwegs und habe sämtliche untenstehenden (bzw. obenstehenden, die Red.) Bilder unterhalb des Prodkamm aufgenommen! Um den Mutterkühen ausweichen zu können, war zum Glück genügend Platz vorhanden!! Zu welcher Rasse gehören die schwarzgrauen Kühe?? Die Alpenflora dort oben (Zigerfurgglen) ist zur Zeit ebenfalls wunderschön!“ (1. August)

„Am vergangenen Mittwoch wagte ich mich nochmals auf Wanderpfade – aber nun ist es mir definitiv zu heiss geworden….. Hier nochmals zwei Kuhbildli, aufgenommen unterhalb des Hohen Kastens – diese Herde hat anscheinend grad in eine höhere grasigere Gegend gewechselt!…“ (8. August)

Monicow8Amsoldingen

Monicow9Niederhorn mit Sigriswiler Rothorn.

Monicow11Vom Niederhorn mit Blüemlisalp.

„Unten (bzw. in dem Fall oben, die Red.) habe ich dir ein paar Bildli aus dem Berner Oberland. Wir waren Fr/Sa bei Freunden in Amsoldingen und sind am Freitag von Adelboden über Sillerenbühl und Hahnenmoos an die Lenk gewandert sowie gestern von Niederhorn nach Habkern (wunderbarer Alpkäse!!!). Vielleicht kannst Du die Föteli brauchen?“ (23. August) Aber de scho sicher!

Monicow14Monicow16Monicow17„Gestern waren wir auf dem Walenpfad wandern. Erfreulich, wie touristenfreundlich die Älpler dort oben sind, siehe untenstehende (bzw obenstehende, Red.) Bilder!“ (27. August)

„Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich dir in letzter Zeit ein wenig oft Kuh-Fotos schicke… hier noch ein paar Dexter-Kühe von meinem Veloausflug heute morgen auf dem Schlieremer Berg (morgens um 7h ist die Welt noch in Ordnung!…)“ (30. August)

Monicow20Monicow23 Monicow19Überhapt nicht, liebe Wanderfotografin, Du darfst mir gerne noch mehr schicken! Wer übrigens die von Monika gestellte Frage als ersteR richtig beantwortet, kann im Vorbeigehen einen Preis abstauben, viel Glück! (Alle Bilder Monika Schlatter)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 92 Followern an