Archive for the ‘Tierhaltung’ Category

Ehrendamen: Wie bestellt und nicht abgeholt

Januar 15, 2016

Alarm KopieDieses Wochenende ist Swiss Expo. Die Top-Viehschau in Lausanne ist das Mekka der Schweizer Züchter. Es ist das alljährliche frühe Highlight für Kuhfans, die zu Tausenden an den Lac Léman pilgern, um dort die Reines des Reines sämtlicher populärer Rassen zu bestaunen.

Heute sind die Topevents eher Cowshows als Viehschauen. Die Organisatoren bemühen sich nach Kräften um Glamour, inspiriert natürlich nicht von Gotthelfscher Tradition, sondern von amerikanischen Gebräuchen, wo sich die Inszenierung der Königinnenkürung schon länger an Hollywood anlehnt: Schwinwerfer, schmissige Musik und natürlich… sogenannte Ehrendamen.

Um diese soll es heute gehen. Sei’s in Wattwil oder Lausanne, Sargans oder Burgdorf: Wo immer heute Kühe ausgezeichnet werden, sind die leicht geschürzten und flankierend posierenden Damen auf den Siegerbildern nicht weit. Mir tun sie ehrlich gesagt ein wenig leid. Sie wirken irgendwie immer ein bisschen wie bestellt und nicht abgeholt. Ihre Aufgabe besteht einzig darin, gut auszusehen und die zwei- und vierbeinigen Siegerinnen optisch aufzuwerten,  ohne jemals das Wort ergreifen zu dürfen oder anderweitig für Stimmung zu sorgen.

Ich finde die Präsenz der hübschen jungen Frauen ziemlich überflüssig. Erstens weil eine schöne Kuh und ihre Besitzer ja eigentlich genügen sollten, um sie geht es hier ja. Und zweitens wiel die Ehrendamen hier nur schön zu sein und nichts zu sagen haben. Dieses überholte Frauenbild wird ansonsten praktisch nur noch von der Autobranche gepflegt, die sich an ihren Salons immer noch nicht entblödet, junge Frauen neben und auf Karosserien posieren zu lassen.

Die Landwirtschaft hat es jetzt definitiv nicht nötig, auf dem selben Karren mitzureiten, sie zementiert damit höchstens das Bild von leichter Rückständigkeit, das man ihr gerne anhängt. Dabei gibt es in der Branche heute mehr als genug tatkräftige junge Landwirtinnen wie Elvira Perreten aus Lauenen BE, die im bäuerlichen Alltag ihre Frau stellen, zum Beispiel in der Viehzucht, wie das gestrige Siegerbild mit der Swiss-Expo-Simmentaler-Siegerkuh Alarm Venus zeigt. Um ihr Ehre anzutun, müsste man Frau Perreten wenn schon – das würde mal ein emanzipiertes der Landwirtschaft abgeben – einen Ehrenmann an die Seite stellen, aber dann bitte im Chüejermutz und nicht in der Leopard-Badehose. (Bild Peter Fankhauser, Bauernzeitung (die hier bis Samstag live aus Lausanne berichtet.))

Obacht: Ganze Kuh (war) abzuholen

Dezember 24, 2015

Ganz KuhDer Jahreswechsel nähert sich im Galopp, bzw. wohl eher wir uns ihm. Höchste Zeit also, sich um datierten Wandschmuck zu kümmern. Ich empfehle für 16 den bewährten Kalender Ganz Kuh, bebildert vom fotografisch begabten Käser Martin Bienerth aus Andeer.

Natürlich habe ich ein Exemplar zu vergeben, das sobald wie möglich in die Vertikale möchte, vielleicht zu Dir?! Allerdings bräuchte es dafür noch einen kleinen Effort. Das ganze hat ja auch einen politischen Aspekt, sammeln doch rührige Hornfreunde um den Alpen-Zampano Armin Capaul seit längerem Unterschriften für die Hornkuhinitiative, wie es sich wahrscheinlich schon rumgesprochen hat.  Ein paar Tausend fehlen noch bis zu den verlangten 100’000 (aktueller Stand gemäss Website 86’557) und die Deadline Ende März ist nur noch eine Hornlänge entfernt. Mich würd’s freuen, wenn das Begehren zu Stande käme. Wenn man sieht was alles so unterstützt wird mit Bundesgeld, haben die Resthörner alleweil noch ein paar Fränkli verdient, zumal die komplette Kuh ja auch dem schwer kriselnden Tourismus sehr dienlich ist.

Item, wer mir als ersteR ein Föteli von einem möglichst vollen Unterschriftenbogen schickt (adimali@gmx.ch), kriegt den Wandschmuck gratis und franko. Bögen gibts zum Download hier. Wem das zu mühsam ist: Man kann den Kalender zum Solipreis auch bei den Initianten bestellen oder etwas günstiger beim Fona-Verlag. Viel Glück beim Sammeln!

PS. Zunächst mal ein gutes neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser! Es hat eine Weile gedauert, bis die ganzen Kühe einen Abnehmer fanden, bzw. der Kalender abgeholt wurde. And the winner is, praktischerweise im eigenen Haushalt, Dimitri Krebs, ich gratuliere herzlich! Und der junge Mann hat noch nicht genug gesammelt, er ist grad damit beschäftigt, das geografisch weitherum beheimatete Publikum am Gymi mit Unterschriftenbögen einzudecken. Auch ein Stück Staatskunde natürlich, z.B. rauszufinden, dass es für jede Gemeinde einen anderen braucht. Was so eine Initiative nicht alles leisten kann. Es fehlen übrigens unterdessen nur noch knapp 10’000 Stück.
Dimi

Coopportunistischer Festtagsschweinebauch

Dezember 16, 2015

Fleisch CoopAn den Festtagen sitzt das Portemonnaie locker, man und frau gönnt sich namentlich was Fleisch angeht etwas Edles zur feierlichen Tafel, es ist ja nicht alle Tage Weihnacht. Interessant deshalb zu schauen, was unsere lieben Grossverteiler da so anpreisen, wie mir heute beim allwöchentlichen Hochgeschwindigkeitsdurchblättern der beiden Detailhandelspostillen aufgefallen ist.

Um es vorweg zu nehmen, Coop enttäuscht diesmal schwer. Ungeachtet der unbestrittenen Verdienste um das Tierwohl und das heimische Schaffen, welche die Basler bei jeder Gelegenheit noch so gerne ins grösstmögliche Schaufenster hängen, erhalten sie heute den Agroblog-Schwarzpeter für das schwächste Schweinebauch-Festtagsinserat 2015.

Das Schweinebauch-Inserat, sollte Ihnen, liebe LeserInnen dieser Begriff nicht geläufig sein, ist die Aktion gewordene Auswahlsendung, die Migros und Coop mal beschränkt auf eine Produktegattung, mal querbeet mit allem (deshalb Schweinebauch) sei’s in den eigenen Blättern oder in den Printmedien placieren. (Die NZZ, das nur am Rande bemerkt, kämpft bis heute umsonst um das Privileg, diese Rabattseiten an Bord zu holen, edle Positionierung hat manchmal auch ihre Schattenseiten).

Item, dieser Fleisch-Schweinebauch in der neuesten Coop-Zeitung enttäuscht schwer: Trotz heimischem Topangebot kommt das Rind aus Irland, das Kalb aus Frankreich oder vielleicht (wenn man Schwein hat) aus der Schweiz und das Lamm wie üblich aus very far Übersee. Das alles, vor allem bei Rind und Kalb zu satten um nicht zu sagen horrenden Preisen und ohne jegliche Label. Es lässt sich halt fast mit nichts so schön Marge bolzen, wie mit Importfleisch. Dass man dies mit Ausnahme des Schweines ausgerechnet zu den Festtagen so skrupellos durchzieht ist eine rechte Enttäuschung. Das, ich wiederhole mich gerne, ist Einkaufstourismus, der sich durch nichts unterscheidet von demjenigen der Tausenden von helvetischen Grenzpilgern, über die man sich bei den Grossverteilern zunehmend Sorgen macht.

Deutlich besser schneidet zumindest diesmal die Konkurrenz ab, welche mit Ausnahme des latenten Lamm- und Geflügelproblems (das auch Coop hat) durchwegs auf heimische Ware setzt. Selbst das knochengereifte Fleisch (ziemlich unnötiger Kult, scheint mir, aber offenbar trendig genug, um ihm in beiden Detailhandesblättchen je eine Seite zu widmen) stammt bei Migros aus dem TerraSuisse-Label, während bei Coop nichts deklariert ist, was erneut auf Import und Labelfreiheit schliessen lässt. Korrekturen wie immer willkommen, ein bisschen Reinwaschung könntet Ihr brauchen, werte Coopportunisten…

Fleisch Migros

PS. Hier noch eine kleine willkommene Ergänzung von Monika Schlatter, die regelmässigen Besucherinnen als talentierte Kuhfotografin bekannt sein dürfte. Sie hat mir untenstehendes Bild geschickt und dazu folgendes geschrieben: “Wenn Coop ausländisches Fleisch (wo bleibt dort wohl der Tierschutz…?) von weither “herankarrt” und derart billig anpreist, wird der Konsument wohl nicht zum teureren Schweizer Fleisch greifen…” Dem gibt’s nichts beizufügen, ausser vielleicht, dass es langjährigen Beratungsanstrengungen sei Dank doch einen gewissen Prozentsatz von Leuten gibt, die nichtsdestotiefpreis konsequent auf nachhaltiges einheimisches Schaffen setzen, danke Monika!
Monika

Weidetöri, 4. Quartal: Ausser Betrieb

Dezember 8, 2015

BlauFür alle die, die sie schon ein bisschen vermisst haben: Hier das (kurze) Best of Weidetöri im vierten Quartal. Ist halt nicht grad viel zu bewachen in dieser Saison. Hier obenstehend eines auf der Melchseefrutt, auf dem Weg Richtung Bonistock, drehen nicht ganz einfach, aber im Frühling wird’s bestimmt wieder.

Untenstehend ergänzend etwas früher aber auch schon ausser Dienst ein paar Exemplare aus dem Stockhorngebiet. Aussichtsmässig gabs nicht viel zu bestaunen, drum fokussierte man voll auf die naheliegenden Attraktionen.

A Weidetor1Das Drehende, kurzerhand zur Ruhe gelegt.

A Weidetor3Das Drehende, zwar noch stehend, aber doch ziemlich obsolet.

A Weidetor2Das zu Übersteigende, im Moment leicht umgehbar.

Eseli

Und zum Schluss dann doch zum Glück noch etwas Leben angetroffen, kurz vor der Züglete ins Tal, auf einer der Alpen, die wie auf einer Perlenkette rund ums Stockhorn aufgereiht sind.

Manifique: Cows with a view

Oktober 12, 2015

Greekcow3Recently on the Mani-Peninsula in Greece: A few cows and heifers with a pretty amazing view, they didn’t seem to care much about it, though.

Unfortunately, I can’t tell you much about greek or peleponnesian agriculture, the focus was on chilling out (very recommendable place for this purpose!).

Just a few notes: Lots, really lots of olive trees. The Kalamata area that includes parts of Mani is Greece’s main olive oil production zone.

There were hardly any sheep or cows around, so I assume, that the milk production is not important on Mani, not surprisingly, it’s very dry here and rather hard to feed cows. Those here were pretty much on their own. The second time we saw them, they were on the way home, unaccompanied.

Except for some bigger olive oil operations, farming is predominantly small scale. But most of the olive farmers are to small for big presence on the markets. The austrian Company Bläuel hat taken this niche and collects oil from different producers which is then exported, eg. to Migros in Switzerland.

Greekcow2

Monikas Kuhsommer

Oktober 5, 2015

Monicow1a

Meine treue Kuhbildlieferantin Monika Schlatter hat mich auch diesen Sommer nicht hängenlassen. In regelmässigen Abständen schickte sie mir Bilder von allerlei Wanderungen mit Kuhbegegnungen aller Art. Hier ein Best-of mit Originalkommentaren und ganz herzlichem Dank!

“Lassen sie uns durch oder nicht, das scheint hier die Frage zu sein… Um der Hitze zu entfliehen wanderten wir kürzlich u.a. vom Chäserrugg zur Gamsalp hinunter, wo auch diese Aufnahme entstand. Und ja, es war diesmal kein Problem, die Kühe waren friedlich, die sind an die Touristen gewöhnt! (18. Juli)

Monicow2a“Endlich wieder mal ‘richtige’ Kühe, mit und ohne Hörner, aber allesamt Knochengestelle… Ich ging gestern von Braunwald über die Bösbächi Alp (der junge Alpkäse ist hervorragend!) zum Oberblegi-See und hinunter nach Luchsingen!” (29. Juli)

Monicow4

Monicow5

“Heute kann ich dich mit ‘Action’ Bildern beliefern. Ich war gestern in den Flumserbergen unterwegs und habe sämtliche untenstehenden (bzw. obenstehenden, die Red.) Bilder unterhalb des Prodkamm aufgenommen! Um den Mutterkühen ausweichen zu können, war zum Glück genügend Platz vorhanden!! Zu welcher Rasse gehören die schwarzgrauen Kühe?? Die Alpenflora dort oben (Zigerfurgglen) ist zur Zeit ebenfalls wunderschön!” (1. August)

“Am vergangenen Mittwoch wagte ich mich nochmals auf Wanderpfade – aber nun ist es mir definitiv zu heiss geworden….. Hier nochmals zwei Kuhbildli, aufgenommen unterhalb des Hohen Kastens – diese Herde hat anscheinend grad in eine höhere grasigere Gegend gewechselt!…” (8. August)

Monicow8Amsoldingen

Monicow9Niederhorn mit Sigriswiler Rothorn.

Monicow11Vom Niederhorn mit Blüemlisalp.

“Unten (bzw. in dem Fall oben, die Red.) habe ich dir ein paar Bildli aus dem Berner Oberland. Wir waren Fr/Sa bei Freunden in Amsoldingen und sind am Freitag von Adelboden über Sillerenbühl und Hahnenmoos an die Lenk gewandert sowie gestern von Niederhorn nach Habkern (wunderbarer Alpkäse!!!). Vielleicht kannst Du die Föteli brauchen?” (23. August) Aber de scho sicher!

Monicow14Monicow16Monicow17“Gestern waren wir auf dem Walenpfad wandern. Erfreulich, wie touristenfreundlich die Älpler dort oben sind, siehe untenstehende (bzw obenstehende, Red.) Bilder!” (27. August)

“Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich dir in letzter Zeit ein wenig oft Kuh-Fotos schicke… hier noch ein paar Dexter-Kühe von meinem Veloausflug heute morgen auf dem Schlieremer Berg (morgens um 7h ist die Welt noch in Ordnung!…)” (30. August)

Monicow20Monicow23 Monicow19Überhapt nicht, liebe Wanderfotografin, Du darfst mir gerne noch mehr schicken! Wer übrigens die von Monika gestellte Frage als ersteR richtig beantwortet, kann im Vorbeigehen einen Preis abstauben, viel Glück! (Alle Bilder Monika Schlatter)

Ein Suppenhuhn als Sonntagsbraten…

September 12, 2015

Suppenhuhn…wär doch (wieder) mal was, oder? Dieses Modell stammt von den Fiechter-Sisters, die jeden Freitag auf dem Helvetiaplatz und jeden Samstag in Oerlikon, beides in Zürich zu Markte fahren mit ihren Fleischspezialitäten. Hier sieht man das Huhn in den Töpfen von Frau James vom Reverbmusicblog, die mehr kann als über Sound schreiben!

Das Suppenhuhn ist ja nicht nur lukullisch sondern auch politisch korrekt. Pro Jahr sollte jedeR Eieresserin eins verzehren, es lohnte sich bisher noch jedesmal.

Dieser Post ist übrigens so etwas wie die Fortsetzung der 2012 hier lancierten Aktion “Suppenhuhn in Action”. Hier geht’s zum Post samt ein paar Backgrounds zum Hühnervogel.

Einen Guten Appetit allerseits! (Bild Helen James)

PS. Herzlichen Dank für diese Ergänzung samt Hühnerwurstbild zum Beitrag von Thomas Muff aus Härkingen!
“Wir sind hier im Einfamilienhausquartier und halten uns unsere 4 – 6  Hühner, auf Ostern brüten wir gerne unsere Küken selber aus. Auch schon haben wir einen Güggel nachgenommen, aber als der Nachwuchs da war durfte er dann die Herde wechseln, war dann doch nicht so quartiertauglich…auf jeden Fall sein Geräuschpegel nicht. Nun ja, die Altehennen hatten wir bis anhin gekocht…als ein Kollege mich zu einem Wurst- und Rauchkurs mitnahm, entstand die Idee, die Althennen zu verwursten (Bratwurst). Dass sie platzsparender gelagert werden können, paarweise aufgetaut werden und einige Personen weniger Hemmungen haben das Fleisch zu essen sind nur ein paar der Vorteile aus meiner Sicht.”
Suppenhuhnwurstbild klein

 

VollMundiges Versprechen, plötzlich zeitlos

September 1, 2015

Migros vorherKleines Aperçu aus dem Plakatwald: Mit viel Getöse hat Migros vor gefühlten drei Jahren die Greening-Kampagne Generation M lanciert. Sie besteht aus 61 Versprechen an die Jugend. Unter anderem hat man Jay, dem Bub auf der Strohballe dannzumal im Weltformat die Einführung der hohen Schweizer Tierwohl-Standards auf allen tierischen Importen bis 2020 versprochen.

Seit einigen Tagen ist Jay wieder stark präsent auf den Plakatwänden. Er ist etwas gealtert, markiert keck den Jungbauer samt Hund und Kuh. Das Sprüchli ist aber im Kern unverändert. Ausser zwei kleinen aber wichtigen Details: Die Jahreszahl fehlt und statt von “hohen Schweizer Tierwohl-Standards” ist nurmehr von “Schweizer Tierschutz-Vorschriften” die Rede.

Fazit: Offenbar ist man sich bei der Migros nicht mehr so sicher, ob das ambitiöse Ziel tatsächlich in den nächsten fünf Jahren zu erreichen ist, obschon man sich auf der Website unverändert optimistisch gibt. Dass sich die Verantwortlichen in der Migros-Zentrale am Zürcher Limmatplatz plakativ nicht mehr so weit zum Fenster raus lehnen mögen ist ein Indiz dafür, dass die Umstellung nicht so leicht zu bewerkstelligen ist, wie ursprünglich erwartet, was der Schweizer Landwirtschaft an sich kein schlechtes Zeugnis ausstellt.

Aber Obacht, für Euphorie besteht keinerlei Grund, sind doch die Schweizer Tierschutz-Vorschriften nicht berauschend, ich möchte daran erinnern, dass etwa im Rindermastbereich Auslauf-lose Vollspaltenbodenbuchten nach wie vor erlaubt sind, um nur ein Beispiel zu nennen. Deshalb braucht es für “hohe Tierwohl-Standards” die Labels. Somit wird das Versprechen der Migros an Jay nicht nur punkto Zeitpunkt unverbindlicher, sondern auch inhaltlich verwässert.

Migros nachher

Blümli von der Mordalm (sic!)

Juli 16, 2015

BlümliEs ist mir fast zu heiss zum Schreiben, drum kommt diese virtuelle Postkarte grad mehr als recht: “Bin grad zurück von der Mordalm im schönen Berchtesgadener Land. Blümli schaut immer aus dem Fenster,  sie ist eine Pinzgauer Katze, bringt weniger Milch aber schont den Flur. Doch bestimmt für dich nix neues…..”, schreibt mir Suse aus Frankfurt. Danke herzlich! Ein sehr hübsches Bild aus einem Stall, der auch als minimal Holzarchitektur für stadtflüchtige Designbewusste durchginge, wer weiss, vielleicht wär das eine Nische für die Winternutzung, eventuell etwas besser eingestreut.

 

“Alpgeschichten”: Ein Juchz auf die Bergblogger

Juli 6, 2015

Hühner1Sie müssen jetzt nicht grad dem Tierschutz anläuten, liebe Leserinnen und Leser. Hier handelt es sich nicht etwa um eine neue Form der urbanen Qualhühnerhaltung sondern lediglich um eine Transportkiste, immerhin mit Aussicht. Sie hilft, die gefiederten Freundinnen und Eierproduzentinnen des Menschen auf die Alp zu transportieren. Die Menschen sind in diesem Fall Efraim und Martina.

SimmentalerliDie beiden bewirtschaften diesen Sommer (er zum wiederholten, sie zum ersten Mal) die Alp Steistoos der Familie Wampfler zwischen Lenk und Lauenen im Berner Oberland. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Efraim (an den sich vielleicht einige erinnern, weil er mal mit diesem genialen Bild einen Preis im Agroblog-Wettbewerb abgezügelt hat) hat mir kürzlich wie folgt geschrieben:

 Hühner4“Ich gehe seit einigen Jahren im Obersimmental zBärg, dieses Jahr machen wir neben dem Käsen auch noch beim Alpgeschichten-Blog mit. Seit ein paar Jahren organisiert die Dachmarke Schweizer Alpkäse diesen Blog. Es ist eine schöne Art, Werbung für Alpkäse zu machen und die acht deutschsprachigen und zwei welschen Alpen zeigen dieses Jahr verschiedene Seiten der Alpwirtschaft auf. Da gibts Politisches (bei Haueter Christian von der Alp Morgeten zum Beispiel) aber auch einfach viele schöne (Kuh-)Bilder und Berichte aus dem Alltag zwischen dem Waadtland und Glarnerland. Ich finde: Wenn sich da Älpler schon die Mühe machen, den Laptop auf den Berg schleppen und mit den steifen Fingern über ihren Alltag berichten, dann solls doch auch von möglichst vielen Leuten gelesen werden. Darum rühre ich jetzt in meinem privaten und weniger privaten Umfeld ein wenig die Werbetrommel dafür. Magst du den Blog vielleicht auch deinen agrophilen Blog-Lesern schmackhaft machen? Irgendwo ein Plätzli für einen Link in einem Nebensätzli? Und falls man den Platz in deinem Blog mit einem Stück Käse oder einer Führung durch Stall und Käserei kaufen kann, da würden wir uns sicher einig…”

Dem gibt’s eigentlich fast nichts mehr beizufügen. Ausser, dass ich Ihnen liebe LeserInnen die Blogs sehr empfehlen und Dir Efraim natürlich herzlich danken möchte. Du kommst meiner letzthin in dieser Spalte waltenden Schreibfaulheit mit Deinem tiptoppen Text sehr entgegen und willst mir erst noch Käse dafür geben. Das freut mich natürlich und ich werde mir diesen gerne abholen. Ich bin ja als Journalist komplett unbestechlich, aber mit Alpkäse, sorry, lieber Presserat…

Ach ja, und da waren ja noch die Hühner, hier zur Beruhigung der allfällig erhitzten Gemüter noch das Bild nach dem Ausladen aus der Transportbox, da kannst selbst Du nichts gackern, Hansuli Huber, oder? Zwei von ihnen haben übrigens via Blogwettbewerb noch neue Namen erhalten: Fridah und Kokkoh. Als Preis gibt’s je ein Spiegelei. Das ist doch eine schöne Alpgeschichte.

Hühner2

 


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