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All european Ladies in a Competition

Dezember 13, 2013

WettbewerbskuhSind Sie im Weihnachtsstress? Ich hoffe es nicht, auszuschliessen ist es aber ebensowenig. Ich hätte da einen kleinen Tipp. Ein nicht mehr ganz neues aber nichtsdestotrotz tolles Buch namens „All Ladies. Kühe in Europa“. Damit können sie nicht nur eineN KuhfreundIn beglücken (davon gibt es mehr als man meinen könnte), sondern auch sich selber in einen – falls nötig – entspannteren Zustand versetzen.

Der 128-seitige Band zeigt und beschreibt 50 Kuhrassen aus 25 europäischen Ländern. Die deutsche Fotografin Ursula Böhmer hat sie zwischen 1998 und 2011 abgelichtet. Das Langzeitprojekt hat sich gelohnt. Diese Kuhbilder laufen für mich unter Fotokunst. Die Porträts zeigen die Abgelichteten im Augenkontakt mit der Kamera, stoisch, aufmerksam, manchmal leicht überrascht, aber immer irgendwie würdevoll, gelassen und geerdet. Nicht die schlechtesten Zustände, vor und nach Weihnachten.

Schweden FjällrasUm das zu illustrieren habe ich ein paar Bilder ausgewählt.  Dieses hier zum Beispiel zeigt ein Exemplar der schwedischen Fjällras, was nichts anderes heisst als, so würde ich mit meinen rudimentären Schwedischkenntnissen vermuten, Fellrasse.

Griechenland KateriniDieses Bild zeigt ein griechisches Rind von der Rasse Katrini. Sie entspricht nicht grad dem züchterischen Ideal des durchschnittlichen Schweizer Milchproduzenten, aber ist sicher gut angepasst an das karge griechische Klima und doch einfach ein schön anzuschauendes Tier.

WettbewerbskuhSie werden sich jetzt vermutlich fragen, zu welcher Rasse die zuoberst stehende Kuh gehört. Das könnte ich Ihnen schon sagen, ist aber Gegenstand eines Wettbewerbs, bei dem Sie liebe Leserin, lieber Leser, ein Exemplar von „All Ladies“ gewinnen können. Vielleicht ein paar Tipps, die Herkunft ist eher südeuropäisch, die Farbe kommt im Namen vor, sie ist ausdauernd und genügsam, noch immer verbringen viele Rassengenossinnen den Sommer in den Bergen. Einst wurde die Gesuchte als Zugtier eingesetzt, heute eher in der extensiven Fleischproduktion. Antworten bitte in die Kommentarspalte, viel Glück! (Alle Bilder Ursula Böhmer, vielen Dank fürs Scowting an Johanna Probst)

PS. In Berlin sind die Ladies zurzeit ausgestellt. Eine sehr sehenswerte Show in einer sehr pittoresken Umgebung in Neukölln. Der Stadtteil hat zwar nicht grad den besten Ruf, aber das Museum ist würde ich sagen, allein die Reise wert. Es ist im ehemaligen Pferdestall eines wunderschönen Gutsbetriebs untergebracht, wirklich prächtig. Zum Glück war ich zufälligerweise zur Vernissage in Berlin und konnte ein paar Worte mit Ursula Böhmer wechseln und sie sogar noch vor einem ihrer Bilder ablichten. Wer nicht extra nach Berlin fahren mag, sollte übrigens im Frühling Gelegenheit kriegen, die Kuhbilder in Zürich zu bestaunen. Die Infos dazu folgen hier, sobald ich sie habe.
Ursula Böhmer

Das nützliche Tier in der guten Stube

November 16, 2012

Nach langer Absenz des Genres hier endlich wieder einmal ein Kuh- und ein paar andere Tierbild(-er). Die Serie des amerikanischen Fotografen Jon Naiman ist eine Perle. Er hat Schweizer Bauernfamilien und andere NutztierbesitzerInnen samt ihren Schützlingen in der guten Stube abgelichtet. Wie es der schöne Zufall so will, wird demnächst ein Buch aus der Edition Patrick Frey mit den gesammelten Bildern auf den Markt kommen. Die Vernissage findet am 20. November im Centre Pasqu’art in Biel statt. Das Buch heisst „Familiar Territory“, familiäres Terrain, und auf der Homepage des Verlags steht darüber folgendes: „In der Serie Familiar Territory werden Nutztiere und ihre Halter gemeinsam porträtiert, dies aber nicht im Stall oder auf der Wiese, sondern mitten in der Wohnstube. Die emotionalen Verbindungen zwischen Tier und Mensch kommen viel- und sorgfältig zum Ausdruck und werden wirkungsvoll infrage gestellt. Die Bilder von ‚Familiar Territory‘ berufen sich auf die Tradition der Porträt- und Dokumentarfotografie, um Kultur, Wohnen und Häuslichkeit, Familie und Geschlechterrollen und unsere Beziehungen zum Tier zu untersuchen. Obwohl es sich bei den Bildern um inszenierte und durchkomponierte Fotografien handelt, gelingt es Jon Naiman, eine intime Momentaufnahme festzuhalten.“ Schöner könnte ich das auch nicht ausdrücken. Interessant in der heutigen Digital-Sphäre vielleicht noch die Arbeitsweise: Naiman benützt eine gute alte Grossbildkamera.
Gruppenbild mit Pferd aus dem Puschlav. Von diesem Betrieb gibt es übrigens auch ausgezeichneten Tee.
Was mir gefällt an diesen Bildern, ist die lässige Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen und ihre Tiere, hier Schafe (Schwarznasen?) posieren.
Stilleben mit Säulis in der Küche.
Und zum Schluss noch ein Muni am Küchentisch. Mehr Bilder gibt es hier auf der Homepage des Fotografen. (Bilder Jon Naiman)